|
Kraniche, Gruidae, starke Stelzvögel von Storchgröße, aber mit
schwächerem
und kürzerem, mehr hühner- oder rallenartigem Schnabel, dessen
Nasenlöcher
nicht getrennt sind, sondern den Schnabel durchbohren. Die K. sind über
Europa, Asien, Afrika, Australien und Nordamerika in 20 Arten
verbreitet.
Moräste und sumpfige Waldungen, aber auch trockene Steppen bilden ihren
Aufenthalt. Das Nest wird auf der Erde, häufig in Sümpfen im Wasser
erbaut
und stets mit 2 auf braunem oder weißlichem Grunde rotbraun, grau oder
veilchenfarben gefleckten, bei den Kronenkranichen reinweißen, Eiern
belegt.
Die Nahrung besteht in Pflanzenstoffen, Getreidekörnern, Insekten,
Würmern, Weichtieren und kleinen Wirbeltieren. Als Heuschreckenvertilger
kommen sie in Betracht. Sie sind gewandte Flieger. Größere Scharen
ordnen
sich im Fluge gern in schräger Linie oder in Keilform. Die Stimme ist
rauh und trompetenartig schmetternd. Von den in Afrika vorkommenden
Arten
ist die größte der Karunkelkranich, Bugeranus carunculatus,
so genannt wegen der jederseits der Kehle befindlichen befiederten
Karunkel.
Gefieder grau, Unterkörper schieferschwarz, Kopf und Hals weiß. Er wird
in Ostafrika und im Innern von Deutsch-Südwestafrika angetroffen.
Der etwas kleinere graue Paradieskranich, Anthropoides paradisea, der
"Grote Springhaanvogel" der Buren, ist kenntlich an den lanzettförmigen
Kropffedern. Seine Verbreitung erstreckt sich über Südafrika bis in das
Innere von Südwest. - Die Kronenkraniche, so genannt wegen
einer aus aufrechtstehenden Borsten gebildeten Krone auf dem
Hinterkopfe,
sind durch mehrere Arten vertreten; im Hinterlande von Togo und Kamerun
Balearica
pavonina, im Süden von Deutsch-
Ostafrika B. regulorum, im nördlichen Teile B. gibbericeps. - In
Kiautschou
lebt ein dem europäischen K. sehr ähnliche Art, Grus lilfordi; auf Neuguinea und auf den polynesischen Inseln gibt
es keine K.
Reichenow. |