|
Krater nennt man das Ausgangsgebilde eines vulkanischen Schlots,
durch
den aus unbekannten Tiefen des Erdinnern vulkanische Materialien
zeitenweise
in großen Mengen an die Erdoberfläche befördert werden. Bestehen diese
Materialien lediglich oder vorzugsweise aus Gasen und finden sie
Widerstand
gegen das Ausströmen an der Erdoberfläche, so entstehen trichter-,
kessel-
oder auch schlot- bzw. schachtförmige, selbst grabenförmige Explosions-
K.
oder Maare. (Solche Maare sind mehrfach aus Kamerun und Deutsch-Ostafrika nachgewiesen [s. Vulkan], aber noch nicht aus der deutschen Südsee.) - Wenn mit den explosiven Gasen zugleich
in mehr oder minder fein zerspratztem Zustand viel Magma oder auch
fremdes,
unterwegs losgerissenes Gestein ausgeschleudert wird, so entsteht bei
nicht allzu stürmisch bewegter Atmosphäre ein kessel-, trichter- oder
auch tellerförmiger Aufschüttungs-K., der oft den Gipfel eines hohen
Vulkankegels
abstumpft. Wo aber das Magma, wie bei Lavavulkanen, ruhig aufsteigt und
ausfließt, da können über dem Eruptionsschlot durch Zurücksinken des an
der Oberfläche noch flüssigen Magmas, sowie durch Nachsacken bzw.
Einstürze
der erstarrten Lavamassen über Hohlräumen, die durch inneren Rückzug des
Magmas im Schlot entstanden sind, Rücksinkungs- oder Einsturz-K. (wohl
auch Calderas genannt) entstehen. (Rücksinkungskrater sind vielfach aus
Ostafrika bekannt, so der Kibokrater
und die zahlreichen gewaltigen Krater im Hochland der Riesenkrater.) Wo
in vulkanischem Gebiet durch irgendwie entstandene Massendefekte, die
nicht über dem Eruptionsschlot liegen, Einstürze erfolgt sind, da wird
man nicht von einem Einsturz-K., sondern nur von einem Einsturzgebilde,
auch -Maar sprechen dürfen. Da aber die Entstehungsweise von K. oft
unsicher
ist, ist es meist empfehlenswerter, die K. nur nach ihrer Form zu
unterscheiden.
Sapper. |