Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 374

Krebse, Crustaceen, durch Kiemen atmende Gliederfüßler, deren Chitinpanzer meistens, besonders bei den großen Formen, durch Einlagerung von kohlensaurem Kalk große Härte besitzt. Viele K. haben Spaltfüße, die sich in einen Schwimmfußast und einen Gehfußast gabeln. Sie zerfallen in niedere Krebse, Entomostraken, zu denen u.a. die Ruderfüßler (Copepoden), Kiemenfüßler (Branchipoden), Muschelkrebse (Ostracoden), sämtlich wichtig als Bestandteile des Planktons (s.d.) und als Nährtiere der Jungfische, gehören, und die höheren Krebse, Malakostraken. Unter diesen sind viele, wie Flohkrebse (Amphipoden), Asseln (Isopoden) und Spaltfüßler (Schizopoden) - von diesen insbesondere die Mysideen - ebenfalls wichtig als Fischnahrung. Die letzte Ordnung sind die zehnfüßigen K., Decapoden, die in langschwänzige (Macruren) und kurzschwänzige (Brachiuren) zerfallen. Zu ersteren gehören Garneelen (s.d.), Flußkrebs, Hummer, Langusten (s.d.), Einsiedlerkrebse (s. Tafel 191/92, Abb. 10), deren Hinterleib verkümmert ist und die sich deswegen in Schneckenhäusern einnisten, deren Einwohner sie häufig erst auffressen; auch die Kokoskrabbe (s.d.). Zu den kurzschwänzigen K. gehören u. a. die Taschenkrebse (s.d.) und die Viereckskrabben, unter diesen die Landkrabben (s.d.). K. kommen an der West- wie an der Ostküste Afrikas in großen Mengen vor. Kamerun hat sogar von ihnen seinen Namen erhalten. Denn als die Portugiesen im 15. Jahrh. die Westküste Afrikas erforschten, fanden sie im heutigen Kamerunfluß ungeheure Mengen von Krebsen und nannten die Landspitze "Caho dos Camaraos", das "Krabbenkap". Die Engländer machten daraus auf ihren Seekarten "Cape Cameroons" und daraus ist der Name Kamerun entstanden. Der Krebs, der in solchen Massen vorkommt, ist Callianassa turnerana White, von den Duala "Mbajá-tówè" genannt. Er tritt auch heute noch in großen Mengen auf, aber merkwürdigerweise nur alle drei Jahre. Garneelen (s.d.) kommen fast überall in Afrika vor, eine besonders wertvolle Art, Penaeus brasiliensis Latr., in größeren Mengen in Kamerun.

Lübbert.