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Krokodile, Panzerechsen (Crocodilia). Die K. bewohnen stehende und
fließende Binnengewässer, unter Umständen auch ozeanische Küsten in den
tropischen und angrenzenden Regionen der ganzen Erde. Ihre Größe, Stärke
und die Schnelligkeit, mit der sie sich in ihrem Elemente fortzubewegen
verstehen, machen sie zu höchst gefährlichen Raubtieren, denen selbst
Säugetiere von der Größe eines Büffels oder
Kamels zum Opfer Fallen. Die K. lauern
an den Tränken jenen auf, indem sie regungslos, bis auf die
hochliegenden
Augen und Nasenlöcher eingetaucht, im Wasser liegen und blitzschnell
zufahrend,
das Tier mit dem furchtbaren Gebiß packen und unter Wasser ziehen. Auch
Menschen fallen ihnen auf diese Weise durchaus nicht selten zum Opfer,
und es erklärt sich hieraus sowohl die schonungslose Verfolgung, der die
K. vielfach ausgesetzt sind, wie die religiöse Verehrung, die der
gefürchteten
"Gottheit" von den Naturvölkern stellenweise entgegengebracht wird und,
wie die ägyptischen Krokodilmumien zeigen, schon vor Jahrtausenden
erwiesen
wurde. Diese Mumien gehören dem Nilkrokodil (Crocodilus niloticus) an,
einer Art, die in fast ganz Afrika verbreitet ist, wo größere Gewässer
ihm das Fortkommen ermöglichen. Aufs Land geht es im allgemeinen nur,
um sich zu sonnen oder seine Eier abzulegen. Trocknet das Gewässer, in
dem es sich befindet, aus, und ist es ihm nicht möglich, ohne größere
Landwanderung ein anderes zu erreichen, so vergräbt es sieh im Schlamm
und erwartet schlafend den Wiedereintritt der feuchten Periode. Es
erreicht
eine Länge von 7 m. Nicht viel kleiner ist das an der Guineaküste lebende, auffallend
langschnauzige
Panzerkrokodil (Crocodilus
cataphractus),
während sein Gegenstück, das im gleichen Gebiete lebende, vielfach
göttliche
Verehrung genießende kurzschnauzige Stumpfkrokodil (Osteolaemus tetraspis) ganz
erheblich hinter solchen Maßen zurückbleibt. Zu den echten K. gehört
ferner
das Leistenkrokodil (Crocodilus
porosus), ein Tier, das an Größe selbst das Nilkrokodil noch übertrifft.
Es bewohnt Küsten Südostasiens und der australischen Inselwelt und wagt
sich mitunter weit ins offene Meer hinaus. Auch Amerika beherbergt echte
K., hauptsächlich aber die sehr nahestehenden Gattungen Al1igator und
Caiman. So in Nordamerika den Hechtalligator (Alligator lucius), im Gebiete des Amazonas den
gefürchteten Mohrenkaiman (Caiman
Niger). Ein Vertreter einer besonderen Gruppe ist der
indische, ungemein langschnauzige Gavial
(Gavialis gangetious), der sich vorwiegend von Fischen nährt. -
Neuerdings
ist man dazu übergegangen, die K. energischer als früher zu verwerten.
Im Süden der Vereinigten Staaten sind ganze Alligatorenfarmen
eingerichtet
worden, auf denen die Panzerechsen
in großem Maßstabe zur Gewinnung ihres kostbaren Leders, das zu Koffern,
Handtaschen, Geldbörsen usw. verarbeitet wird, gezüchtet werden. Ganz
junge Exemplare verschiedener Arten, besonders Alligator lucius und
Crocodilus
niloticus, gelangen zurzeit in großer Zahl auf den europäischen Markt,
wo sie bei den Tierliebhabern reißenden Absatz finden.
Sternfeld-Tornier. |