Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 385

Kudu, Schraubenantilope, Strepsiceros, Gattung der Antilopen. Große Tiere von hirschartigem Körperbau, mit einer kurzen Nackenmähne, mit vielen weißen Querstreifen auf dem Rumpfe, ziemlich langem, auf der Unterseite weißem, mit einer schwarzen Quaste versehenem, nicht sehr buschigem Schwanze mit weißer Querbinde über die Stirn hin, weißen Wangenflecken, ohne weiße Kehlbinde und mit kurzen Hufen. Die Böcke haben eine Kehlmähne und tragen sehr lange, mit einem stark hervortretenden, scharfen Kiele versehene, in einer Spirale korkzieherförmig gewundene Hörner, die bei alten Böcken fast zwei Umdrehungen zeigen und über einen Meter lang werden. In Kamerun und Togo noch nicht bekannt, in Deutsch- Südwestafrika und Deutsch- Ostafrika in manchen Gegenden noch zahlreich, in anderen schon ausgerottet. An der Ostküste Afrikas sind sie bis Abessinien nach Norden verbreitet. Die Gehörne dienen als Wandschmuck, die Hörner werden in manchen Gegenden von den Eingeborenen als Trompeten benutzt. Von Abessinien nach Süden bis zum Südrande der Massaisteppe in Deutsch-Ostafrika verbreitet ist eine kleinere Form dieser Antilopen, die als Untergattung Strepsicerastes unterschieden wird, die Zwergkudus oder Kleine Schraubenantilopen. Sie haben zahlreichere weiße Querstreifen auf dem Rumpfe, 11-15 an der Zahl und je einen weißen Hals- und Kehlfleck. Die Böcke besitzen keine Halsmähne, und das Gehörn ist kürzer und in weniger tiefer Spirale gewunden. Bei beiden Gattungen sind die weiblichen Tiere hornlos.

Matschie.