Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 391 f.

Kumbohochland, der gewaltigste Gebirgsstock Kameruns, ein Plateau von 2000- 3000 m Höhe, das sich terrassenförmig von Südosten nach Nordwesten senkt. Es besteht in geologischer Hinsicht aus einem Sockel altkristalliner Gesteine. Darüber liegen jungvulkanische Gesteine. Krater und seeerfüllte Maare zeugen von der eruptiven Tätigkeit vergangener Epochen. Der Südrand des Hochlandes ist aufgebogen, so daß sich dort immer die höchsten Erhebungen finden. - Die ganze Gebirgsmasse führt ihre Wassermengen dem Katsena- Allah und Donga, den Nebenflüssen des Benue zu, nur die steile Südseite wird zum Nun und Mbam entwässert. Die Wasserscheide zwischen beiden ist ca. 2800 m hoch. Zwischen dem Katsena- Allah (s.d.) und der Mijasenke liegt die Masse des Bekomhochlandes (s.d.), das alpinen Charakter tragen soll. Nördlich senkt es sich zum Hochland von Bafum, mit dem vulkanischen Ndüsee in der Landschaft Me. Nach Süden fällt es steil zum Paß von Babanki- Tungo und zur Landschaft Bamessong ab. - Östlich des Katsena-Allah erhebt sich das Okuhochland mit dem Mauwesee, einem Kratersee von 3-5 km Durchmesser. Auf der Wasserscheide zwischen Katsena-Allah und Mbam liegt die Landschaft Kumbo, auf der nördlicheren niedrigeren Terrasse fließt der Katsena-Allah durch kesselartige Senkungsfelder, die den Landschaften Ndjoti, Nta, Mi und Nko angehören. Den aufgewölbten Nordostrand bildet das Hochland von Bansso, mit dem Gongoa, dem höchsten Gebirgsstock Südadamauas, der außerordentlich steil zum Donga und nach Gaschaka abfällt. Jenseits des Donga erheben sich die wenig bekannten Mambilaberge. Auch nach Nordwesten gegen das Benuetiefland hin liegen noch einmal höhere Gebirgszüge, darunter das waldbedeckte, wildzerklüftete Tukumbergland. -Die eigentlichen Hochgebirge des K. sind mit Gras bestanden, doch ziehen sich Galeriewälder in den Tälern an den Flüssen hoch hinauf. Das Klima ist in den Hochgebirgen kühl, in den mittleren Felsgebirgen schwül und drückend, im Tiefland heiß. Die Hochplateaus zeichnen sich durch starke Niederschläge aus. - Die Bewohner des K. bilden ein wirres Gemisch verschiedener Völker, da sich viele Reste zersprengter Heidenstämme dahin zurückgezogen haben. Die Bevölkerung ist dicht. Sie treibt Ackerbau, etwas Viehzucht und Handel mit Elfenbein, Kolanüssen und Gummi. Größere Staatswesen bilden die Bekom, Bansso, Oku und Kumbo; bei den Bafum und Tukum herrscht Zersplitterung in Einzeldörfer. Die Einfälle der Fulbe von Gaschaka und Banjo dauerten bis 1905. In den Grenzländern im Nordwesten wohnen Muntschi und Djumperri, gefürchtete Räuberstämme. An einem linken Nebenfluß des Donga unfern der Grenze liegt der deutsche Zollposten Kentu mit mehreren Faktoreien.

Passarge-Rathjens.