| Kumbohochland, der gewaltigste Gebirgsstock Kameruns, ein
Plateau von 2000- 3000 m Höhe, das sich terrassenförmig von Südosten
nach
Nordwesten senkt. Es besteht in geologischer Hinsicht aus einem Sockel
altkristalliner Gesteine. Darüber liegen jungvulkanische Gesteine. Krater
und seeerfüllte Maare zeugen von der
eruptiven
Tätigkeit vergangener Epochen. Der Südrand des Hochlandes ist
aufgebogen,
so daß sich dort immer die höchsten Erhebungen finden. - Die ganze
Gebirgsmasse
führt ihre Wassermengen dem Katsena-
Allah
und Donga, den Nebenflüssen des Benue zu,
nur die steile Südseite wird zum Nun und Mbam
entwässert. Die Wasserscheide zwischen beiden ist ca. 2800 m hoch.
Zwischen
dem Katsena- Allah (s.d.) und der Mijasenke liegt die Masse des
Bekomhochlandes
(s.d.), das alpinen Charakter tragen soll. Nördlich senkt es sich zum
Hochland von Bafum, mit dem vulkanischen Ndüsee
in der Landschaft Me. Nach Süden fällt es steil zum Paß von Babanki-
Tungo
und zur Landschaft Bamessong ab. - Östlich des Katsena-Allah erhebt
sich das Okuhochland mit dem
Mauwesee,
einem Kratersee von 3-5 km Durchmesser. Auf der Wasserscheide zwischen
Katsena-Allah und Mbam liegt die Landschaft Kumbo,
auf der nördlicheren niedrigeren Terrasse fließt der Katsena-Allah durch
kesselartige Senkungsfelder, die den Landschaften Ndjoti,
Nta, Mi und Nko angehören.
Den aufgewölbten Nordostrand bildet das Hochland von Bansso, mit dem Gongoa, dem höchsten Gebirgsstock Südadamauas, der
außerordentlich steil zum Donga und nach Gaschaka abfällt. Jenseits des
Donga erheben sich die wenig bekannten Mambilaberge. Auch nach Nordwesten gegen das
Benuetiefland hin liegen noch einmal höhere Gebirgszüge, darunter das
waldbedeckte, wildzerklüftete Tukumbergland. -Die eigentlichen
Hochgebirge
des K. sind mit Gras bestanden, doch ziehen sich Galeriewälder in den Tälern an den Flüssen
hoch hinauf. Das Klima ist in den
Hochgebirgen
kühl, in den mittleren Felsgebirgen schwül und drückend, im Tiefland
heiß.
Die Hochplateaus zeichnen sich durch starke Niederschläge aus. - Die Bewohner des K.
bilden ein wirres Gemisch verschiedener Völker, da sich viele Reste
zersprengter
Heidenstämme dahin zurückgezogen
haben. Die Bevölkerung ist dicht. Sie treibt Ackerbau,
etwas Viehzucht und Handel mit Elfenbein, Kolanüssen und Gummi. Größere Staatswesen bilden die Bekom, Bansso, Oku und
Kumbo; bei den Bafum und Tukum herrscht Zersplitterung in Einzeldörfer. Die
Einfälle der Fulbe von Gaschaka und Banjo
dauerten bis 1905. In den Grenzländern im Nordwesten wohnen Muntschi und Djumperri, gefürchtete Räuberstämme. An einem
linken
Nebenfluß des Donga unfern der Grenze
liegt
der deutsche Zollposten Kentu mit mehreren
Faktoreien.
Passarge-Rathjens. |