Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 393

Kunja, Landschaft im Verwaltungsbezirk Misahöhe in Togo zwischen dem Volta und der Landschaft Akpafu. K. nimmt einen Teil des nach ihm benannten K.gebirges ein. Nach den Forschungen Gruners wird das K.-Gebirge von den Ewe-Leuten Amandeto genannt; er hat für dasselbe die deutsche Bezeichnung Sechsherrenstock eingeführt. K. ist ein ziemlich waldreiches, fruchtbares Gebiet und reich an Ölpalmen. Die Bevölkerung gehört ethnologisch der Guanggruppe an; ihre Sprache wird voraussichtlich von der Ewesprache verdrängt werden, welche dort als Schulsprache eingeführt ist; auch die Handelsbeziehungen zu dem südlich gelegenen Kpandu und zu Palime tragen viel zu diesem Wechsel bei.

Literatur: Dr. Asmis, Die Stammesrechte der BezirkeMisahöhe, Anecho und Lome-Land, Zeitschr. f. vergl. Rechtswissenschaft, Bd.XX VI, Stuttg. 1911. - Dr. H. Gruner, Begleitworte zur Karte des Sechsherrenstocks (Amandeto), Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1913. - A. Seidel, Beiträge zur Kenntnis der Sprachen in Togo, Zeitschr. f. afr. u. oc. Spr. 1898.

v. Zech.