Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 403

Kusseri, der Sitz der Residentur der deutschen Tsadseeländer (Kamerun). Er liegt am Schari, kurz nach dessen Vereinigung mit dem Logone. Gegenüberliegt der französische Posten Fort Lamy. -Die Bewohner von K. sind die Kotoko (s. d.) oder Makari. K. liegt auf steilem, trockenem Ufer, so daß dicht am Flußufer Brunnen bei 5 m Tiefe noch kein Wasser ergaben. Die Stadt ist mit einer 4 m hohen Lehmmauer umgeben und hat nur 2 kleine Tore, durch die kaum ein Reiter hindurchkann. Im Innern gleicht sie mit den engen Straßen, den flachen Hausdächern einer Araberstadt. Nur 1/3 des Mauerinhalts ist bebaut, der Rest liegt noch seit der Zeit der Rabehkämpfe (s. Rabeh und Kamerun, 18. Geschichte) in Trümmern. Auch das massive, 2stöckige Sultanschloß ist eine Ruine. Der Sultan von K. war einst dem Sultanat Bornu tributpflichtig. In K. befinden sich außer der Residentur eine Kompagnie der Schutztruppe, ein Zollamt und eine Postagentur. Klimatabelle s. Kamerun.

Passarge-Rathjens.