Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 407

Kwakwa, ein Creek (d. h. ein verwachsener und versumpfter Flußlauf) in Kamerun, der den unteren Sanaga (s.d.) mit dem Kamerunästuar (s.d.) verbindet. Man nimmt an, daß er ein altes, verlassenes Bett des Sanaga ist, der früher in die südöstliche Bucht des Kamerunästuars mündete, bis er später nach Westen durchbrach und sich ein eigenes Mündungsdelta aufbaute. Der K. beginnt bei Lobetal am Sanaga und hat einen nordwestlichen, vielgewundenen Lauf. Ungefähr in der Mitte zweigt rechts der Ndongacreek ab, der sich mit dem Ndongafluß vereint. Beide münden dann in die Manoka bucht. Die Ufer des K. sind mit dichtem Urwald bestanden, sein Bett ist zwar ziemlich tief, aber voller Schilf und Sumpfpflanzen. In der Manokabucht geht der Urwald in Mangrovedickicht über. Ebbe und Flut machen sich im K. wohl bemerkbar. Er bildet für kleine Dampfer und Kähne eine abgekürzte Verbindung vom Kamerunästuar zum Sanaga, die aber zur Trockenzeit unbenutzbar wird. - Am K. sitzen Bakoko (s.d.). Des dichten Urwalds wegen finden sich aber nur wenig Siedlungen.

Passarge-Rathjens.