Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 464

Lósso, heidnischer Volksstamm im Verwaltungsbezirk Sokode (s.d.) in Togo. Er sitzt zwischen dem Volksstamm der Námba (Láma-Ánima) im Westen, den Tamberma (s.d.) im Norden und den Kabure (s.d.) im Osten in äußerst dichten Siedelungen eingeklemmt. Im Süden wird das L.gebiet begrenzt durch den Karafluß. Es sind zwei Gruppen zu unterscheiden, die südliche Njamtuu-L. und die nördliche Difále-L. Wegen der großen Ähnlichkeit ihrer Lebensverhältnisse mit denen der Kabure sind sie früher vielfach mit diesen verwechselt worden, und man hat das Gebiet der L. mit dem der Kabure zusammen als Kabure-L. bezeichnet. Neuere Forschungen haben aber ergeben, daß es sich um zwei ethnologisch wesentlich verschiedene Völker handelt. Während die Kabure zur Timgruppe zu rechnen sind, gehören die L.leute der Mossi-Dagomba-Gruppe an. Wie die Kabure sind die L. Ackerbauer und Viehzüchter; sie gehen wie diese nackt. Ihre Bewaffnung ist Pfeil, Bogen und gekrümmtes Messer mit O-Griff wie bei den Kabure (s. Tafel 195 Abb. 4). Auch die früheren politischen Verhältnisse glichen jenen der Kabure (s.d.).

Literatur: B. Groh, Sprachproben aus zwölf Sprachen des Togohinterlandes, Mitt. d. Orient. Sein. 1911.

v. Zech.