| Lüderitzbucht, das alte Angra
Pequena (s.d.) Deutsch-Südwestafrikas. Die Bucht selbst wird durch
eine felsige Halbinsel gebildet, die sie gegen die Wirkungen des
Benguellastromes
sichert. Innerhalb eines etwa 7 km nach Süden in das Land
hineinziehenden
Beckens, in der Nähe des Ostufers, wird durch die mit dem Festlande
verbundene
Haifischinsel eine zweite innere Wasserfläche
vom Meere abgeschnitten, dessen äußerer Teil, der Roberthafen, eine Meerestiefe von 7-8 m
besitzt.
Am inneren Ende dieser Nebenbucht liegt, der Ort L. innerhalb des hier
so gut wie regenlosen Wüstengebiets der Küste. Er gehört zu den jüngsten
Siedelungen des Schutzgebiets und hat viele Jahre überhaupt nicht den
Namen einer solchen verdient. Ursprünglich nur aus einer Faktorei
bestehend,
begann er sich erst während des großen Krieges mit den Hottentotten (s. Hereroaufstand) zu entwickeln. Bereits 1905
erlangte er als Ausgangspunkt eines starken Wagenverkehrs nach dem
Innern
eine gewisse Bedeutung, die indessen erst nach Vollendung der nach, Keetmanshoop führenden Bahn zu seiner
geschäftlichen
Fortentwicklung führte. Zu seiner jetzigen, außerordentlich wichtigen
Stellung gelangte der Platz indessen erst mit der Auffindung der Diamanten (s.d.) in dem ihm benachbarten
Namibgebiet.
Während 1906 erst drei Einzelfirmen in L. gezählt wurden, finden wir
1910
deren bereits 48 in der allmählich zu einer Stadt gewordenen Siedelung.
Auch der Schiffsverkehr blieb 1910 nur wenig hinter demjenigen von Swakopmund zurück. - L. ist Sitz eines Zollamts;
es besitzt eine Post- und Telegraphenstation. Zugleich ist es Sitz der
Verwaltung des gleichnamigen Bezirks; auch
befindet
sich daselbst eine gut besuchte Regierungs- sowie eine Realschule. In
L. hat auch die Minenkammer ihren Sitz, die die berg-baulichen
Interessen,
insbesondere die des Diamantenbergbaus vertritt (s. Minenkammern).
Dove. |