Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 410

Lai, Stadt am östlichen Logoneufer im französischen Tsadseeterritorium. Durch das deutsch-französische Abkommen vom November 1911 (s. Erwerbung der deutschen Kolonien 3) ist die gegenüberliegende Uferseite deutsch geworden. L. ist die Hauptstadt im Lande der Gaberi. Sie liegt 6-7 m über dem Strom, zieht sich mindestens 3 km lang hin und hat nur eine einzige Straße. Die Einwohnerzahl wird auf 10000 Seelen geschätzt. Die Lehmhütten sind rund, mit Kegeldach und oft untereinander durch Mauern verbunden. Die Männer sind alle Krieger und gute Reiter; sie treiben viel Fischfang. Der Logone ist bei L. 800 m breit und gut schiffbar. Eine Handelsstraße führt von L. durch das Kebbigneisland nach Lame und weiter zum Benue.

Passarge-Rathjens.