Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 426

Landungsanlagen, Einrichtungen zur Vermittlung des Personen- und Güterverkehrs zwischen Schiff und Land. Der Verkehr gestaltet sich am bequemsten und der Landungsbetrieb wird am billigsten, wenn die zu entund beladenden Schiffe an der Landungsanlage unmittelbar anlegen können. Vorbedingung für die Einrichtung solcher Anlagen ist, daß genügende Wassertiefe zur Verfügung steht, und daß die Anlegestelle von Wellenbewegung und starker Strömung frei bleibt. Wo diese Bedingungen nicht erfüllt sind und wegen unüberwindlicher Hindernisse oder - was in den Schutzgebieten oft zutrifft - mit Rücksicht auf die Kosten nicht erfüllt werden können, muß die Verbindung zwischen Schiff und Land durch Leichter oder Boote hergestellt werden, für die sich Landungsanlagen auch unter schwierigeren Verhältnissen und mit verhältnismäßig geringeren Mitteln einrichten lassen. Die wichtigsten L. sind Kais und Landungsbrücken, deren Einrichtungen für den Lösch- und Ladebetrieb meist aus Kränen bestehen. Landungsbrücken sind von besonderer Bedeutung für Plätze an hafenlosen Küsten mit starker Brandung, deren Durchfahren nur mit kleinen Booten und nur unter Schwierigkeiten und Gefahren möglich ist. Brücken an solchen Stellen müssen mit ihrem Kopfende, d. h. dem für das Löschund Ladegeschäft bestimmten Teil, über die Brandung hinausreichen bis zu einer Stelle, wo die Wellenbewegung den Booten und Leichtern nicht mehr gefährlich werden kann. Näheres s. Hafen und Landungsbrücken.

Fischer.