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Laterit, der hochrote, unfruchtbare, den Tropengegenden eigentümliche
Verwitterungsboden, der ungeheure Gebiete der Tropen und Subtropen bedeckt und sich auf den
verschiedendsten
Silikatgesteinen findet. Der Name stammt daher, daß diese eigentümliche
Bodenart, die, wenn sie erst einmal völlig ausgetrocknet ist, steinhart
wird und nicht mehr im Regen aufweicht
(Termitenbauten),
in manchen Gegenden Indiens als Baumaterial (later = Ziegel) gebraucht wird. Das Wesen der Lateritbildung
besteht nach den neueren Forschungen, vornehmlich von Bauer und Koert, darin, daß aus den Silikatgesteinen alle
Kieselsäure
und alle oder fast alle Alkalien und alkalischen Erden aufgelöst und
fortgeführt
werden, so daß im wesentlichen ein Tonerdehydrat (Hydrargillit, Beauxit) mit einem größeren oder geringeren Gehalt von Eisenhydroxyd (Roteisenerz und Brauneisenerz) übrig bleibt.
Dieses Tonerdehydrat ist nicht plastisch und nicht wasserhaltend und muß
ursprünglich ebenso wie die Eisenhydroxydverbindungen im wesentlichen
in kolloidaler Form vorhanden sein und erst allmählich - beim völligen
Austrocknen - in die kristalline Form (Hydrargillit + Roteisenstein)
übergehen,
wodurch die eigentümliche Veränderung in der physikalischen
Beschaffenheit
nach dem völligen Austrocknen bedingt wird. Die
Eisenhydroxydverbindungen
finden sich in und auf dem Laterit verteilt in Form feiner Körnchen und
kleiner oder größerer Brocken, Scherben und Klumpen und bedecken zum
Teil
die Lateritböden in Form mächtiger Schlackenfelder ("Oberflächenlaterit"
autorum, Zellenlaterit, Krusteneisenstein). Diese mächtigen, völlig
sterilen,
alles Wasser verschluckenden und abführenden Eisenkrusten, die auf
vielen
Lateritböden oben aufliegen und von den meisten Autoren für eine
besondere
Abart des Laterits ("Oberflächenlaterit") gehalten werden, stehen
wahrscheinlich
mit der eigentlichen Lateritbildung und mit den im Laterit verteilten
Eisenausscheidungen in keinem oder sehr geringem ursächlichen
Zusammenhang,
sondern sind sekundäre Eisenkrusten, wie sie sich infolge der tropischen
Verhältnisse auch auf vielen anderen Gesteinen bilden (Schutzrinden
usw.).
Allen Lateriten gemeinsam scheint ein gewisser geringer Humusgehalt zu
sein. Infolge des völligen oder fast völligen Fehlens der Alkalien, der
alkalischen Erden und der Phosphorsäure, also der wichtigsten
Pflanzennährstoffe,
sowie der nicht plastischen (nicht wasserhaltenden) Beschaffenheit, sind
die eigentlichen Laterite außerordentlich unfruchtbare Böden und eine
höchst unerfreuliche Erscheinung; sie sind das Restprodukt der
tropischen
säkularen Verwitterung und sollen in Gebieten, wo sie
der Abtragung durch die Atmosphärilien entzogen sind, bis zu 20 m
Mächtigkeit
und mehr erreichen (Kamerun). Ihre
landwirtschaftliche
Ausnutzung ist nur in günstigeren Fällen durch intensive Anwendung von
künstlichen Düngemitteln (Kainit, Thomasmehl, Düngekalk) zu ermöglichen bzw. rentabel zu
gestalten,
wie es zum Teil schon in Kamerun geschieht. Im scharfen Gegensatz zu dem
eigentlichen Laterit stehen die (gleichfalls rot gefärbten) Rotlehme
(s.d.),
die - wegen der ähnlichen Farbe - oft mit dem Laterit verwechselt bzw.
mit ihm zusammengeworfen werden, sich aber durch plastische
Beschaffenheit,
wasserhaltende Kraft und Nährstoffreichtum deutlich von ihm
unterscheiden
und mehr oder minder fruchtbare Böden bilden.
Gagel. |