Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 442

Lauschan. Der "zackige L." bei Tsingtau (Kiautschou) ist ein in der Richtung von NO nach SW streichendes, aus verschiedenen parallelen Ketten bestehendes Gebirge von etwa 700 m Durchschnittshöhe. Die Hauptkette bildet auf einer längeren Strecke die Grenze zwischen deutschem und chinesischem Gebiet und erhebt sich im Lauting zu 1130 m Höhe. Der eigenartige Reiz des Gebirges beruht in seinen bizarren an die Dolomiten erinnernden Formen und in einer Fälle malerischer Fernsichten auf die reich gegliederte Küstenlinie, die benachbarten Bergketten und das vorgelagerte Hügelland. Das Mecklenburghaus (s. Kiautschou, Aufbau und Ausbau der Stadt Tsingtau) ist auf vorzüglicher Fahrstraße zu Wagen in etwa 3 Stunden, im Automobil in 1 Stunde von Tsingtau aus zu erreichen. Der Tsingtauer Bergverein, eine Sektion des deutschösterreichischen Alpenvereins, hat sich durch Bezeichnung, Verbesserung vorhandener und Anlage neuer Wege, sowie durch Herausgabe eines zuverlässigen Lauschanführers ein großes Verdienst um die touristische Erschließung des Lauschan erworben. Dem Bergverein gehört auch die Irenebaude oberhalb des Prinzentals, die Nachtquartier und im Sommer Verpflegung gewährt. Nähere Angaben enthält: Bergemann, Führer durch den Lauschan. Verlag W. Schmidt, Tsingtau.

Brüninghaus.