Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 448

Lehrer. Für den Unterricht an den Eingeborenenschulen oder Europäervorschulen der Schutzgebiete kommen heimische Volksschullehrer in Betracht, welche die in Deutschland erforderlichen Prüfungen bestanden und einige Jahre unterrichtet haben. Für den Dienst in Deutsch-Südwestafrika werden verheiratete, für die übrigen Kolonien in Afrika und der Südsee unverheiratete bevorzugt. Sie beziehen in Klasse 7 der Besoldungsordnungen ein Gesamteinkommen von anfänglich 5100 M, das nach 15 Jahren bis auf 7800, für Kiautschou 8700 M steigt (s. Diensteinkommen). Sie können zu Rektoren (5400-9000 M) ernannt werden. Das Reichshandbuch für 1913 verzeichnet an europäischen Lehrern bei Deutsch-Ostafrika 16 außer einem Rektor, Kamerun 5, Togo 4, Deutsch-Südwestafrika (Europäerschulen) 18, Deutsch-Neuguinea 5, Samoa (Europäerschule) 4. An den höheren (Europäer- )Schulen finden Oberlehrer (s.d.) mit akademischer Bildung Verwendung. Das Reichshandbuch für 1913 führt bei Südwestafrika einen Oberlehrer als Hilfsarbeiter beim Gouvernement und 3 weitere Oberlehrer auf, bei Kiautschou einen Direktor der Lehranstalten für europäische Schüler und 4 Oberlehrer, ferner bei der deutsch-chinesischen Hochschule daselbst einer Leiter, 3 Dozenten, 5 Oberlehrer, einen Landwirtschaftslehrer. Die Besoldungsordnung für Kiautschou verzeichnet Direktoren der Lehranstalten für europäische Schüler (Kl. 4b: 9900-13800 M) sowie Dozenten an der Hochschule (s. d.) Kl. 3b: 10800-15900 M.

v. König