Livingstone, David, Missionar und hervorragender
Entdeckungsreisender,
geb. 19. März 1813 zu Blantyre, gest. 1.
Mai 1873 in Tschitambo am Bangweolosee. Das Lebenswerk L.s war der
Erforschung
des Sambesi-, Kongo- und Nilsystems gewidmet. Zunächst wandte er sich von
seinem Missionsgebiet Kolobeng (östl. Betschuanaland) nach Norden,
entdeckte
1849 den Ngamisee und 1851 den Oberlauf des Sambesi.
Hierbei (wie auch später mehrfach) wurde die Ostecke des heutigen
Caprivizipfels
(s.d.) gekreuzt. 1853 verfolgte L. den Sambesi weiter stromauf,
überschritt
seine Wasserscheide zum Kassai beim Dilolosee und erreichte 1854 Loanda.
Von hier auf demselben Wege zum Sambesi zurückgekehrt, entdeckte er die
Victoriafälle und durchquerte schließlich, sambesiabwärts bis Quelimane
wandernd, den Kontinent. 1858 befuhr L. mit Kirk den Schire und entdeckte
den Schirwa- sowie den Njassasee. Nach einem letzten Besuch des oberen
Sambesi,
woran sich eine Befahrung des ganzen Unterlautes anschloß, begann er seine
planmäßige Erforschung des Njassagebiets (1861/63). 1866 erreichte L. auf
seiner letzten Expedition den Njassa von
Mikindani aus, das linke Rowumaufer aufwärts
verfolgend;
er umging ihn im Süden und entdeckte weiterhin den Tschambesi sowie die
Seen Moëro und Bangweolo. Einer Überfahrung des Tanganjika (Udjidji) folgte wiederum ein glänzender Vorstoß
nach
Westen bis Nyangwe am Lualaba. Nach Udjidji zurückgekehrt, erhielt L. neue
Mittel durch Stanley (s.d.), den er nach
einer Befahrung des nördlichen Tanganjika
bis Unjanjembe begleitete. Von hier wandte sich L.
wieder unter südlicher Umgehung des Tanganjika der weiteren Erforschung
des Tschambesigebietes zu, starb aber in der Nähe des Bangweolosees. Die
Leiche wurde durch L.s Diener heimgebracht und in der Westminsterabtei
bestattet.
Schriften: Missionary travels and researches in South Africa, Lond. 1857;
Narrative of an expedition to the Zambesi and its tributaries, Lond. 1865;
The last journals of L. from 1865 to his death (herausgeg. v. Waller),
Lond.
1874.