Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 460 f.

Logone, linker Nebenfluß des Schari (s.d.), gehört seiner ganzen Länge nach seit dem deutsch-französischen Vertrag vom November 1911 (s. Erwerbung der deutschen Kolonien 3) zu Kamerun. Seine beiden, ziemlich gleichwertigen Quellflüsse sind der Mbere und der Wina (Mbina), die auf dem Baia- bzw. Ngaundereplateau entspringen. Nach ihrer Vereinigung führt der Fluß den Namen westlicher L., oder besser einfach L., denn der östliche L. wird besser mit dem Eingeborenennamen Penndé (s.d.) benannt. Von hier aus fließt der L. in nordöstlicher Richtung, um dann einen großen Bogen zu beschreiben und eine nordnordwestliche bis nördliche Richtung bis zum Einfluß in den Schari beizubehalten. Seine Nebenflüsse von links sind, wenn man den Mbere (s.d.) als Quellfluß ansehen will: Wina (s.d.), Tandjue, der aus den westöstlichen Ausläufern des Plateaus von Südadamaua kommt, ferner der Abfluß der Tuburisümpfe (s.d.), durch den der L. zur Regenzeit Wasser zum Benuesystem sendet, Tsanaga und Jegoa, die beide aus dem Mandaragebirge kommen und in einen Nebenarm des L., den Matia, münden. Von rechten Nebenflüssen kommt nur der Penndé (s.d.) in Betracht, der auf dem Hochland von Jade entspringt und von Gore ab die Grenze gegen französisches Gebiet bildet, die dann der L. weiterführt. Unterhalb der Tuburisümpfe löst sich der L. in eine ganze Reihe von Flußarmen auf, Ngaldjan genannt, die sich mit denen des Jadseram zu einem Netz vereinen. Der L. ist bis unterhalb Kaitia, fast bis zum Zusammenfluß von Mbere und Wina, schiffbar und fährt das ganze Jahr hindurch ziemlich viel Wasser. Doch tritt er zur Regenzeit weit über seine Ufer hinaus, so daß die Dörfer die flachen Ufer meiden. Sie liegen mit Vorliebe dort, wo der Fluß Steilufer besitzt, die bis 20 m Höhe erreichen. - Am Zusammenfluß von Wina und Mbere wohnen die Mbum (s.d.), weiter unterhalb beginnt das große Gebiet der Lakka (s.d.). Beim Einfluß des Penndé berührt der L. das Gebiet der Sara (s. .), unterhalb Lai sitzen die Massa (s.d.), beim Einfluß der Tuburisümpfe die Tuburi (s.d.), es folgen die Musgu (s.d.) und unterhalb Musgum die Kotoko (s.d.). Die Hauptsiedelungen am deutschen Ufer des L. sind Karnak-L. im Lande der Kotoko und Kusseri an der Mündung in den Schari. Durch das Novemberabkommen französisch geworden sind Musgum, Mala, Bongor. - Das Gebiet des L. gehört zu den wirtschaftlich wertvollsten Kameruns. Es ist sowohl für Ackerbau wie Viehzucht vorzüglich geeignet (s. Kamerun 3).

Passarge.