Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 461

Lokundje oder Bekue, Küstenfluß, in Kamerun, südlich des Njong. Er entspringt am Westrand des Südkameruner Randgebirges und fließt in gewundenem Lauf nach Westen. Im Gebirge fließen ihm zahlreiche Nebenflüsse zu, beim Verlassen desselben erhält er von Norden den Muke, von Süden den Tjange. Der ganze Lauf des L. ist reich an Stromschnellen. Noch kurz vor der Mündung bei Ebea stürzt er mit einer Breite von 80 m 5 m tief herab. Eine breite Sandbarre, die sich von Süden vorschiebt, zwingt den L., seine Mündung nach Norden zu verlegen. Durch den Dongocreek ist er mit dem Njong (s.d.) verbunden. - Der L. fließt in seiner ganzen Länge durch Urwald. An seinen Ufern wohnen die Ngumba (s.d.), am Unterlauf die Mabea (s.d.) und an der Küste die Batanga (s.d.). Hauptort im Lande der Ngumba ist der Regierungsposten Lolodorf (s.d. u. Tafel 114). Von dort führt eine Handelsstraße am rechten Ufer des Muke entlang, die bei Bipindi vom Randgebirge zum Tiefland hinabsteigt und den Fluß auf einer soliden Brücke überschreitet. Bipindi (s.d.) liegt an der Mündung der beiden großen Nebenflüsse. Die Schiffbarkeit des L. reicht nur von der Mündung bis Ebea, wo der Fluß sich verbreitert und zahlreiche Inseln bildet; weiterhin ist sein Bett oft durch Felsen eingeengt und voller Stromschnellen.

Passarge-Rathjens.