Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 467

Lukuledi, Fluß in Deutsch-Ostafrika, mündet 20 km oberhalb Lindi (s.d.) in seinen Creek, der meist Lindi-Creek (s. Tafel 36) genannt wird. Der L. ist über 160 km lang, in der Trockenzeit wasserarm, aber auf den untersten 40 km seines Laufes nie ohne Wasser. Das breite Tal des L. trennt die Makonde- von der Muerahochfläche (s.d.). Über 100 km landeinwärts liegt auf einer Anhöhe über dem rechten Ufer des L. die gleichnamige Missionsstation der Benediktiner (s.d.) 285 m ü. d. M. Die jährliche Regenmenge ist hier trotz der Lage jenseits des binnenländischen Steilabfalls der Plateaulandschaften, in ihrem Regenschatten, etwa 750 mm. Die Trockenzeit des kontinentalen Passatklimas (s. Deutsch-Ostafrika 4) ist sehr streng. Am L. ist neuerdings der Baumwollbau in bedeutender Ausdehnung begriffen (s. Baumwolle). Zur Beförderung der Baumwolle ist 1913/14 eine Kleinbahn (einige 20 km lang) vom Lindi-Creek aus das L.tal aufwärts geführt worden.

Uhlig.