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Mafia, die südlichste der drei großen Inseln des Sansibararchipels
(s.d.); sie allein gehört politisch zu Deutsch-Ostafrika.
M. liegt dem Festland am nächsten mit knapp 17 km Abstand. Die Größe
beträgt
484 qkm. Eine Hebung von nur 17 m würde eine Landbrücke durch den
flachen
Mafiakanal schlagen, der erst in nachtertiärer Zeit entstanden sein
dürfte.
Hierauf weisen die jungtertiären oder altquartären Deckschichten
festländischen
Ursprungs hin, unter denen gelegentlich etwas ältere Kalke auftreten.
Die Ostküste der Insel ist in etwa 1 km Breite von quartären Riffkalken
eingesäumt, aus denen die südwärts benachbarten kleinen Inseln Dschuani. (s. Kilwa-Kissiwani) und Kibondo fast ausschließlich bestehen.
Hier liegt ein alter Festlandsrand, hier fällt der Meeresboden ostwärts
schnell zu bedeutenden Tiefen. Diese junge Kalkplatte ist ein
Karstgebiet
mit entsprechender dürftiger Vegetation
(vgl. Pemba und Sansibar).
Die übrigen Teile der Insel tragen das kräftige Pflanzenkleid der
Küstenstriche.
Die Niederschläge übertreffen
die der benachbarten Küste erheblich. Die Pflanzung Utumaini hatte 1714
mm im vierjährigen, der Ort Tschole (s.u.) hat 1321 mm Regen im achtjährigen Mittel. Mangobaum und
Kokospalme
sind heute wesentlichste Züge im Landschaftsbild. Die Kokospalme tritt
auf M. in einer besonders wertvollen Kulturvarietät auf. Außer den
eingeborenen
Wasuaheli (s. Suaheli) und Arabern (s.d.) befassen sich fünf von
Europäern geleitete Betriebe mit ihrem Anbau. Die Kopra, die jetzt von über eine Million Bäumen
gewonnen
wird, ist der wichtigste Handelsgegenstand von M. (s. Kokospalme).
Auch sonst ist der Anbau des sehr flachhügligen M., das kaum irgendwo
50 m Meereshöhe erreicht, gut. Die Suaheli nennen M. Tschole-schamba
(Choleshamba),
d.h. Tschole-Pflanzung, im Gegensatz zu dem kleinen Inselchen Tschole-
mjini,
d.h. T. in der Stadt. Diese knapp einen qkm große Insel, M. südöstlich
vorgelagert, ist trotz ihres schlechten Hafens noch heute der
Haupthandelsplatz,
hat Post, Zollposten und war bis 1913 zugleich der Sitz
einer Nebenstelle des Bezirksamts Kilwa.
In Tschole sitzen 14 von etwa 50 indischen und
arabischen
Handelsfirmen von M. samt
Nebeninseln;
hierzu kommen noch 3 europäische Firmen. Die Gouvernementsdampfer laufen Kilindoni (Nebenzollamt) an der Westküste von M.
an, wohin 1913 der Sitz der Nebenstelle verlegt wurde. Die Bevölkerung
der Inseln wurde 1895 zu 6000 geschätzt. Sie dürfte heute nahezu doppelt
so groß sein.
Literatur: O. Baumann, Der Sansibar-Archipel. I. Die Insel Mafia.
Wiss.
Veröff. Ver. f. Erdk. zu Lpz. III, 1899. - W. Bornhardt. Beitr. z.
Oberflächengest.
u. Geol. Deutsch-Ostafrikas. Berl. 1900.
Uhlig. |