Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 475

Magneteisenerz (Magnetit) ist ein schwarzes, sehr schweres, hochprozentiges Eisenerz, das sich in Form von kleinen Körnern sehr häufig in Urgebirgsgesteinen, besonders in gewissen Gneisen und Itabiriten, sowie in den aus der Zerstörung derselben entstehenden Flußsanden findet, in Deutsch- Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika und Kamerun, auch in Kaiser-Wilhelmsland. In größeren bis zu 12% betragenden Mengen kommt es auch in jungen Eruptivgesteinen (Basalten) vor, die dadurch einen stark ablenkenden Einfluß auf die Magnetnadel des Kompasses ausüben, ist aber auch hieraus nicht gewinnbar. Die größten bekannten Lagerstätten von reinerem Magnetit in unseren Kolonien sind folgende: 1. am Ligangaberg im Livingstonegebirge östlich vom Njassasee. Hier bildet der Magnetit in der Gneisformation einen auf 7 km Länge verfolgten, N/S streichenden und bis zu 10 m mächtigen Gang, also eine sehr große und wertvolle Lagerstätte, die allerdings unter den gegenwärtigen Verkehrsverhältnissen nicht abbauwürdig ist. In der Nähe, am Likavaberg am Lipura ist ein weiterer 200 m langer und 30 m mächtiger Magnetitgang im Gneis gefunden. 2. Im Ulugurugebirge am Ssegessebach ist ein mächtiges, aber auf seine Lagerungsverhältnisse noch nicht genauer untersuchtes Magnetiterzlager vorhanden, das aus 65,5% Magnetit, 1,85% Titansäure und 31% nutzlosen Rückständen besteht; ein weiterer, sehr mächtiger Gang von Magnetit bei Mbakana in den Ulugurubergen, enthält leider über 25% (?) Titansäure, ist also nicht verwertbar. 3. Eine 50 m mächtige, aus Magnetit und Roteisenerz bestehende, schichtige Lagerstätte findet sich im Kaokofeld in Deutsch- Südwestafrika, eingelagert in die horizontal liegenden Schichten der Otaviformation; nach den bisherigen Proben und Untersuchungen scheint es ein sehr reines, wertvolles Erz zu sein mit 66% Eisengehalt. - Kleine Lager von M. werden erwähnt aus der Umgebung von Lüderitzbucht, von Ugama, Aus, Khakhaus, sind jedoch ohne praktische Bedeutung.

Gagel.