Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 483

Makondeschichten. Unter diesem Namen faßte Bornhardt die mächtigen Sandsteinbildungen und zwischengelagerten Schichten von roten sandigen Letten, Schiefertonen, Mergeln zusammen, die die Tafelberge im Süden Deutsch-Ostafrikas westlich der Küste bilden, vor allem das Makonde- und Mueraplateau. Diese Makondeschichten überlagern zum Teil die fossilführenden Schichten der marinen unteren Kreideformation bzw. wechsellagern in ihren unteren Lagen mit diesen. Weiter landeinwärts liegen sie auf dem denudierten Gneisuntergrund der Inselberglandschaft. Das am meisten charakteristische Schichtenglied der M. ist der Newalasandstein, ein sehr harter, fester, quarzitischer ("eingekieselter") Sandstein von meistens roter oder rotbrauner, seltener heller Farbe und sehr auffallendem, glänzenden Bruch, dessen Entstehung noch nicht aufgeklärt ist (sekundäre Bildung im Grundwasserniveau?) Unter den tiefsten Lagen der M., die mit den marinen Unterkreideschichten wechsellagern, finden sich als wichtigste Fossilien die gewaltigen Dinosaurier des Tendaguru (s.d.). In den höheren, fossilfreien Schichten sollen ab und zu ganz minimale kleine Brocken braunkohlenartiger Substanz sowie vereinzelte verkieselte Holzreste vorkommen; sonst sind sie anscheinend völlig fossilfrei.

Gagel.