Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 483

Makua, Wa-, Bantuvölkerschaft, im südlichen Deutsch-Ostafrika, hauptsächlich im Lukuledital, nordwestlich vom Makondeplateau und in der westlich angrenzenden Rovumaebene, in kleineren Trupps auch im ganzen Süden des Schutzgebiets. Die M. sind, wie die Jao (s.d.), erst infolge des Wangoni-Einbruchs vom Sambesi her (Wangoni) aus ihren Wohnsitzen südlich vom Rowuma über diesen Fluß nach Deutsch-Ostafrika eingedrungen, wo sie im mittleren Lukuledital politisch unter einem Häuptling organisiert sind. Sie sind ganz tüchtige Ackerbauer, in der Hauptsache jedoch hervorragende Jäger, die den ganzen Süden von Deutsch-Ostafrika durchschweifen, so daß sich der Begriff M. ohne weiteres auch mit dem des Jägers schlechthin verknüpft. Ihre Zahl betrug 1905 im Bezirk Lindi reichlich 10000 Köpfe. Wie ihre Nachbarn, die Makonde, Wangindo, Jao, Wamatambwe usw., tragen auch sie Oberlippenpflöcke und Narbentetauierung (s. Tafel 117).

Literatur: Maples, Makua-Land between the rivers Rovuma and Luli., Proc. Geogr. Soc. 1882. - v. Behr, Die Wakuasteppe. Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1893. - Derselbe, Die Völker zwischen Rufiji und Rowuma. Ebenda 1893. - Lieder, Reise von der Mpambabai usw. Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1897. - Adams, Das mittlere Flußgebiet des Lukuledi. Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1902. - Busse, Forschungsreise durch den Süden von Deutsch-Ostafrika. Beihefte z. Tropenpflanzer. 1902. - Fülleborn, Das deutsche Njassa- und Ruwumagebiet. Berl. 1906. - Weule, Wissenschaftl. Ergebn. usw. Mitt. a. d. d. Schutzgeb., Ergänzungsheft 1. Berl. 1908. - Derselbe, Negerleben in Ostafrika. Lpz. 1908.

Weule.