Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 491 f.

Mambere, östlicher Quellfluß des Ssanga in Kamerun, entspringt unweit des Kadei im Hochland der Mbum (s.d.), wendet sich dann aber im Bogen nach Osten. Im Oberlauf ist sein Gefäll ziemlich schwach. Sein wichtigster Zufluß ist der Nana von Norden her. Unterhalb des Zusammenflusses liegt Carnot. Hier wendet sich der M. nach Süden. Bei Bania überwindet er die Hochlandstufe in vielen Stromschnellen und tritt dann in das Ssangatiefland ein. Bei Nola (s.d.) bildet er mit dem Kadel zusammen den Ssanga. Er kann unter Umgehung der Wasserfälle mit Kähnen bis Carnot befahren werden. - Der M. fließt in seinem Oberlaufe durch lichten Buschwald, ungefähr bei Carnot tritt er in das Gebiet des Urwalds ein. Dieser ist reich an Kautschukpflanzen, und in Bania hat die Société de la Haute Ssanga eine Kautschukplantage. Das wasserscheidende Bergland zwischen M. und Mbaere im Osten ist zwar mit hohem Urwald bedeckt, dabei aber zur Trockenzeit so wasserarm, daß Wasser aus zerschnittenen Lianen genossen werden muß. Es ist daher sehr schwach besiedelt. Die Anwohner des M. sind die Baia (s.d.).

Passarge-Rathjens.