Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 493

Mandara, Sammelname für eine Reihe von Stämmen in Kamerun, die im Norden des M.gebirges (s.d.) sitzen. Sie sind wohl vom Logone her eingewandert und mit den Kotoko (s.d.) verwandt. Seit bereits zwei Jahrhunderten sind die Sultane von M. Vasallen des Königs von Bornu, sind aber nur wenig abhängig von ihnen gewesen. Sie sind Mohammedaner und haben ihre ganze Sitte und Kultur von den Bornuleuten bekommen. Sie sind von dunkler Hautfarbe, mit vielen Schnittnarben bedeckt. Zur Hauptsache sind sie Ackerbauer, daneben Viehzüchter. Das Land ist gut bebaut; wo keine Siedelungen sind, ist Busch, in der Überschwemmungszone der Gewässer Weide. Die Häuser besitzen eine runde Lehmmauer und ein gewölbtes Dach mit einem Straußenei auf der Spitze. Die M. halten Handelsbeziehungen ein mit den östlichen Völkern, besonders mit den Musgu. Ihre Hauptstadt ist Mora (s.d.), 4 Stunden davon liegt Doloo, das aber von Rabeh zerstört worden ist. Von den Fulberaubzügen sind die M. immer verschont geblieben.

Literatur: Dominik, KolBl. 1903, S. 105 ff.

Passarge-Rathjens.