Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 495 f.

Mango, Mangifera indica (s.Tafel 107,124, 187), einer der verbreitetsten tropischen Obstbäume von mittleren bis mächtigen Ausmessungen und schnellem Wuchs, dessen Heimat das tropische Asien ist. Die Blätter sind Weidenblättern nicht unähnlich. Die grünlichweißen, kleinen, wohlriechenden Blüten bilden große Trauben, die in der Regel von Januar bis März hervorbrechen und nach drei Monaten Früchte liefern. Die Früchte sind länglich oval, an der Spitze oft etwas nierenförmig gekrümmt, von gelblicher, oft rötlich oder grünlich angehauchter Farbe. Die Größe ist recht verschieden. Sie schwankt ähnlich wie bei unsern Äpfeln und Birnen. Genossen wird das Fruchtfleisch, das einen etwa die halbe Größe ausmachenden, länglichen, von einer harten Schale umschlossenen Kern umgibt. Vorn Kerne aus durchziehen das Fruchtfleisch, je nach der Sorte, mehr oder weniger reichlich holzige Faserstränge, die den Genuß der frischen Frucht oft so weit hindern, daß man den Kern gewissermaßen nur absaugen kann. Der angenehme, aromatische Wohlgeschmack wird bei manchen Sorten durch einen ziemlich kräftigen Beigeschmack nach Terpentin beeinflußt. Der Baum gedeiht am besten in einem heißen, trockenen Klima auf einem nährstoffreichen, gut bearbeiteten Boden. Bei andauernder Trockenheit muß Bewässerung einsetzen. Auch wird das sog. "Mulching" mindestens einmal im Jahre als sehr nützlich empfohlen. Für die Anzucht wird die sog. Gootee-Methode, Markotten, zur Gewinnung von Ablegern als die beste genannt. Auch andere Formen und Pfropfen werden angewendet. Ebenso werden auch Samen zur Fortpflanzung genommen; es sollen sich aber die verschiedenen Varietäten in der Erhaltung der Sortenechtheit dabei sehr abweichend verhalten. Man pflanzt die Mangos in gut vorbereitete Pflanzlöcher in Abständen von 7-8 m. Es gibt, wie es bei einer so alten Kulturpflanze nicht zu verwundern ist, von Mango unzählige Varietäten, die sehr verschieden in Gestalt und Wohlgeschmack sind. Am besten verwendet man wohl die an Ort und Stelle vorhandenen Bäume mit den wertvollsten Früchten zur Vermehrung, sonst empfiehlt es sich, gute, bekannte Sorten von Ceylon, Singapur oder Java zu beziehen. Die Mangos werden zum Teil frisch gegessen, häufiger aber gekocht als Fruchtmus oder als Marmelade. In Indien dient sie auch zur Herstellung der bekannten Chutney-Konserve.

Literatur: Macmillan, A Handbook of tropical gardening and Planting. Colombo (Cave & Co.) 1910.

Voigt.