Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 497

Mangrovenrinde, die Rinde der Mangrovenbäume Rhizophora mucronata, Bruguiera gymnorrhiza, Ceriops Candolleana und Xylocarpus granatum, letzterer auch Carapa moluccensis (s. Mangroven) genannt. Die M. enthält getrocknet und gut aufbereitet 30-40% Gerbstoff und ist darum in letzter Zeit für die Lederindustrie ein wichtiger Handelsartikel geworden. Ein Übelstand bestand bis vor kurzem darin, daß die mit Auszügen aus der Rhizophora- und Bruguierarinde gegerbten Leder eine nicht erwünschte rote Farbe annahmen. Man setzte einen Preis für ein chemisches Mittel aus, das diesem Übelstand abhelfen sollte, und ein solches wurde auch gefunden. Jetzt weiß man, daß man viel einfacher zum Ziele kommt, wenn man die Entrindung der Bäume in der Zeit vornimmt, in der sie neue Blätter treiben, in Deutsch-Ostafrika beispielsweise in den beiden letzten Monaten des Jahres. Dann fehlt der rotfärbende Stoff in der Rinde. - Die Mangrovenbestände Deutsch-Ostafrikas werden forstmännisch verwaltet und bilden eine von Jahr zu Jahr stärker fließende Einnahmequelle für die Kolonie. Genützt wird neben der Rinde auch das Holz, das zu Balken und Brettern verarbeitet wird und sich hauptsächlich für Bauten eignet, die der Einwirkung des Seewassers, der Bohrwärmer und Termiten zu widerstehen haben.

Volkens.