Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 502

Mao Kebbi (Mao Kabi), rechter Nebenfluß des Benue in Kamerun. Er entspringt im Kebbigneisland und hält zuerst die nordöstliche Richtung auf den Logone zu inne, wird aber im Gebiet des Tuburisumpfes scharf nach Westen abgelenkt. Er erhält von Norden den Abfluß des Fiangasumpfes und die Gadschia, wird dann durch das Dauagebirge zu einem großen nach Norden offenen Bogen und der Bildung des Tikemsees gezwungen. Dabei durchfließt er den westlichen Teil des Tuburisumpfes. Dann stürzt er in mehreren 110 m hohen Katarakten in das Tiefland des Benue. Dort durchfließt er den Trewe- und den Leresee und bildet nach Aufnahme des Binderflusses von rechts eine breite sumpfige Niederung im Norden des Mangbeigebirges. Von Norden kommt der Mao Lue wie der Binder aus dem Mandaragebirge. Mit einem scharfen Knie biegt er nun nach Süden zum Benue, in den er etwas oberhalb Garua mündet. Der M. K. ist für flache Boote sowohl oberhalb als unterhalb der Fälle schiffbar und wurde zuerst von Mocker Ferryman, später von Loefler, Lenfant und Dominik als Schiffahrtsstraße benutzt. Über den angeblichen Wert der Schiffahrt auf dem M. K. s. Tuburisumpf.

Passarge-Rathjens.