Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 503

Margi (s. Tafel 126), heidnischer Sudanstamm in Nordkamerun, dessen Sitze im Nordwesten vom Mandaragebirge und in der Ebene von Ubi und Madagali liegen. Die Seledeba, Waka und Dissa sind Unterstämme der M. Vor den Sklavenjagden der Fulbe haben sie sich an die Hänge des Gebirges zurückgezogen und zahlen Tribut teils nach Madagali, teils nach Mandara. Die Feldwirtschaft der M. ist musterhaft, durch mauerbekleidete Terrassenanlagen und förmliche Talsperren schützen sie die abschüssigen Gebirge vor dem Abspülen der Erde. Die Häuser in Bienenkorbform sind aus Lehm, oft mit aus Ton gebranntem Kuppelabschluß und kunstvollen Türpfosten. Die Totenbestattung geschieht in würdiger Weise durch Begraben. Die M. sind sehr scheu und stets bereit, sich mit Weibern, Kindern und Vieh in ihre Schlupfwinkel zurückzuziehen. Untereinander stehen sie fast immer in Stammesfehde. Die M. der Ebene sind Untertanen der Kanuri, nach Barth große, schöne, hellfarbige Leute, mit Wurfmessern bewaffnet. Die Häuser waren zu Barths Zeiten Kegeldachhütten. Besonders fiel diesem Forscher auf, daß sie keine Fetische besäßen, vielmehr die Götter in heiligen Hainen, ähnlich den Germanen verehrten.

Passarge-Rathjens.