Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 518

Martini, Erich, Marine-Generaloberarzt Prof. Dr., geb. zu Neuenburg am 3. März 1867. Ärztliche Ausbildung auf der Kaiser-Wilhelms-Akademie zu Berlin. M. machte an Bord S. M. S. Falke 1897/99 die Wirren in Samoa mit und übte während dieser Zeit neben seinem ärztlichen Dienste Dolmetschertätigkeit zwischen dem Kommando und den Eingeborenen aus. Nach Rückkehr in die Heimat zur bakteriologischen Ausbildung zum hygienischen Institut der Universität Berlin kommandiert, 1901 zum Institut für Infektionskrankheiten Robert Koch zu Berlin, Assistent Robert Kochs (s. d.) bis 1905, übernahm er dann zu Wilhelmshaven die bakteriologische und die Malaria-Untersuchungsstation. 1907 ins deutsche Schutzgebiet Kiautschou nach Ostasien kommandiert, 1909 in amerikanischen Diensten zu Manila, Philippineninseln, zur Bearbeitung von Blutkrankheiten bei Nutztieren. Machte 1910/11 die Bekämpfung der Lungenpest in Schantung (China) mit. Seit 1911 wieder Vorstand der bakteriologischen und Malaria-Untersuchungsstation zu Wilhelmshaven. Schriften: Untersuchungen über die Tsetsekrankheit und Schlafkrankheit, 1901/05; Untersuchungen über die Lungenpest, 1901/02; Untersuchungen über die Surra der Philippineninseln, 1909; Arbeiten der Malariaverhütung zu Wilhelmshaven, 1901/03; Experimenteller Beweis für die Artverschiedenheit der Piroplasmen und Trypanosomen, Manila 1909; Untersuchungen über die Ruhr in ihren verschiedenen Formen, mit besonderer Berücksichtigung Ostasiens, 1907/11.