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Marua (s. Tafel 58, 83,
126), Hauptort des gleichnamigen und bedeutenden
Lamidats der Residentur Garua im nördlichen
Kamerun. Die Stadt liegt östlich vom Mandaragebirge am Tsanaga, der in den Logone fließt. Der Distrikt von M. ist einer der am
dichtesten besiedelten, die Stadt die größte des Fulbereiches Adamaua. Die Bewohner sind Funange-Fullahs (s. Fulbe u. Tafel 58, 83); seit den
Kriegszügen Rabehs
(s. d.) haben sich auch viele Bornuleute hier angesiedelt. Von ihnen stammt der
Lehmbau der Häuser. Diese haben flache Dächer, mit trocknem Kuhmist gedeckt.
Andere zeigen die Kegeldachform der Musguleute. Die Einwohner sind Ackerbauer
und Viehzüchter; ihre Felder sind vortrefflich gehalten, die Pferde die schönsten in Nordkamerun. Die Stadt ist
sehr weitläufig, da sich immer mehrere Häuser zu Gehöften zusammenschließen, die
mit Lehmmauern umgeben sind. Im Umkreis liegen eine Anzahl größerer Fulbestädte,
deren Einwohnerzahl mit der von M. 100000 übersteigt. M. ist ein Handelszentrum
der Fulbe und liegt an der Straße von Garua am Benue zum Schari. Die
Besitznahme von M. war mit schweren Kämpfen verbunden: 20. Jan. 1902 Gefecht bei M.: Sieg des Oberleutnants Dominik über die Scharen des Suberu, früheren Emirs
von Jola; der Angriff des weit überlegenen Gegners
scheiterte an dem wirksamen Feuer des vom
Oberleutnant v. Bülow bedienten Maschinengewehrs. 5. Febr. 1903 Oberleutnant
Graf Fugger v. Glött der Schutztruppe für Kamerun, auf dem Markt in M. vor seinem Zelt
sitzend, von einem Fanatiker meuchlings mit vergiftetem Pfeil erschossen. Der Lamido hat seine alten Rechte behalten, zahlt aber
jetzt Tribut an den Residenten in Garua.
Literatur: Dominik, Vom Atlantik zum Tsadsee.
Passarge-Rathjens, Zimmermann. |