Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 532

Mbere. 1. Der M. und der Wina sind die beiden Quellflüsse des Logone in Kamerun. Letzterer ist der längere, aber gewöhnlich wird der M. als der eigentliche Quellfluß angesehen. Er entspringt auf dem Baiaplateau und fließt in ostnordöstlicher Richtung, die ihm durch den M.graben, der in dieser Richtung dem Ostabfall des Baihochlandes eingelagert ist, vorgeschrieben ist. Nach Verlassen dieses Grabens schlägt er eine nordöstliche Richtung an. Der M.graben ist durch tektonische Brüche entstanden, die zu vulkanischen Ergüssen geführt haben. Die Ränder des Grabens liegen 200-400 m hoch über der Talsohle, und diese selbst hat eine Meereshöhe von etwa 600 bis 700 m und eine Breite von etwa 5-7 km. Das Hochland, in das der Graben eingesenkt ist, hat also eine Höhe von 800-1000 m. Der M. selbst ist bei seinem Austritt aus dem Graben 60 m breit. - Im Quellgebiet des M. sitzen Baia (s.d.) und zwar Vertreter des nordwestlichsten Stammes der Baia-Kaia. Weiter unterhalb im ganzen Gebiet des Grabens bis zum Zusammenfluß mit dem Wina sitzen Mbere, die wohl mit den Mbum (s.d.) identisch sind und höchstens einen Unterstamm dieses Volkes darstellen. -

2. M. wird auch der Mbaere (s.d.) in seinem Oberlauf genannt.

Passarge-Rathjens.