Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 544

Melonen. Die gemeine oder Zucker-M., Cucumis melo, ist in den wärmeren Teilen Asiens zuhause und wird seit alters her in großem Umfange kultiviert. Wilde Formen sind mit Sicherheit nicht bekannt. Die Pflanze hat die Wuchsform der Gurkengewächse, kann aber im allgemeinen als zarter bezeichnet werden. Die Früchte haben die bekannte Gestalt und sind durch die gerippte oder netzige Oberfläche ausgezeichnet. Die M. verlangt, wie die meisten Gurken- und Kürbisgewächse, einen sehr fruchtbaren Boden, wenn sie gute Früchte hervorbringen soll. Die Temperatur soll möglichst über 12° C liegen. Übermäßige Nässe und Besonnung sind nicht zuträglich. Im übrigen macht die Kultur keine Schwierigkeiten. Die M. werden aus Samen oder Stecklingen gezogen. Es gibt eine große Anzahl von Sorten, von denen die für die Tropen geeigneten in den besseren Samenhandlungen bekannt sind. Weniger wertvoll und darum auch bei den Europäern nicht so beliebt ist die Wasser-M., Cucumis citrullus, mit sternförmig gefleckten Früchten und rotem oder gelbem, saftigen Fleisch, in das schwarze Samen eingebettet sind. Die Kultur ist die gleiche, wie bei den anderen Gurkengewächsen. Häufiger genossen, soll die Wasser-M. in den Tropen nicht besonders bekömmlich sein. Bei den Eingeborenen findet man Wasser-M. in ziemlichem Umfange in Kultur. In Südafrika gibt es noch verschiedene Formen oder Arten, so die Kaffernmelone, Cucumis caffer, mit großen, schweren Früchten, die gurkenähnlich schmecken und in den Gärten der Hereros weit verbreitet sind. Eine M. mit ganz kleinen, warzigen Früchten (C. Naudinianu) wird ferner im Norden der Kolonie vielfach gegessen. Auch die M.kerne enthalten fettes Öl. Ferner ist noch die Dschamma oder Tsamma, Citrullus vulgaris S., zu erwähnen. Sie kommt in Südwestafrika vor; man unterscheidet eine bittere und eine süße Dschamma. Letztere wird von den Eingeborenen wie auch von den Europäern gegessen und ist besonders bei Wassermangel ein gesuchtes Ersatzmittel für die fehlende Flüssigkeit.

Literatur: Vilmorin-Andrieux, Les Plantes Potagères, 2. Aufl. Paris 1891. - Dr. K. Sehrwald, Das Obst der Tropen. Berlin (Süsserott). - W. Kolbe, Gemüsebau in den Tropen und Subtropen. Berlin 1911 (Süsserott).

Voigt.