Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 556

Mikindani (s. Tafel 141), Ort an der Küste von Deutsch-Ostafrika im Bezirk Lindi (s.d.), liegt an der schönen M.bucht, einem Creek (s.d.). Unmittelbar hinter dem Ort erbeben sich Höhen bis zu 167 m. Das stattliche Gebäude der Bezirksnebenstelle liegt am Hang, die vielen Araberhäuser und Hütten überragend. Dicht bei M. mündet ein kleiner Bach; ehe sein sumpfiger Lauf trocken gelegt wurde, war M. sehr ungesund. Die jährliche Regenmenge beträgt 886 mm (12jähr. Mittel). Der Außenhafen ist recht geräumig, aber gegen NO-Wind nicht geschützt; die Einfahrt in den kreisrunden Innenhafen, ein tiefes Becken von 21/2 km Durchmesser, ist nur etwa 200m breit. Trotz dieses guten Hafens ist Handel und Verkehr von M. unbedeutend, weil es wenig Zusammenhang mit seinem Hinterland hat. Der Wert der Einfuhr war 1912: 880, der der Ausfuhr 751 Tausend M, 1908 waren die entsprechenden Zahlen 395 und 193; Sisal, Ölfrüchte und Kautschuk waren die wichtigsten Posten der Ausfuhr, die der Einfuhr Textilwaren. Im Hafen liefen 1908 49 Dampfer mit 86 755 Reg.-Tonnen ein (seither keine Einzelangaben mehr für M. veröffentlicht), dazu 264 Dhaus; deren Zahl war 1912 auf 147 zurückgegangen. Post und Telegraph.

Karte: D. Admiral.-K. Nr. 191, Mikindanibucht 1: 25000 mit Nebenkarten u. a. des Sgudihafens, 1905.