Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 563 f.

Misahöhe, Sitz der Lokalverwaltung des gleichnamigen Verwaltungsbezirks (Bezirksamts) in Südtogo. 1. Das Bezirksamt M. wurde im Jahre 1890 als Station gegründet; es liegt im zentralen Togogebirge in nächster Nähe des Françoispasses, etwa 8 km von Palime, dem Endpunkt der Inlandbahn Lome-Palime entfernt, mit dem es durch eine Fahrstraße verbunden ist. In M. werden regelmäßig Regenmessungen angestellt. Bei N. befindet sich eine größere Regierungsversuchspflanzung. In der Nähe von M. auf dem Berge Klutó ist ein Schlafkrankenlager eingerichtet, das unter der Leitung eines Regierungsarztes steht. Dem Bezirksamt M. unterstehen als Verwaltungsnebenstellen die Stationen Ho (s.d.) und Kpandu (s.d.). Seehöhe 470 m. Mittlere jährliche Regenmenge 1639 mm (Mittel aus 14 bis 17 Beobachtungsjahren). 2. Der Verwaltungsbezirk M. erstreckt sich von den Grenzflüssen Volta und Dsawoë im Westen bis zur Westgrenze der Landschaften Ati, Towe, Tákpla, Game, Nuatjä, Atakpame und Akposso im Osten und vom Breitenparallel 6° 20' bzw. dem durch die Dajimündung gehenden Breitenparallel im Süden bis zur Südgrenze der Landschaften Tapa und Ntribú im Norden. Der Bezirk umfaßt den südlichsten Teil des Togogebirges und der ihm östlich und westlich vorgelagerten Inselberge bzw. Bergketten. In ihm liegen die fruchtbarsten wald- und regenreichsten Gebiete Togos (s. Tafel 193). - Die Zahl der Eingeborenen des Bezirks M. beträgt 140000 Köpfe; es treffen 14,8 Personen auf das Quadratkilometer. Die Eingeborenen gehören zum größten Teil der Ewebevölkerung an; die Bewohner der Landschaft Agotime gehören der Ga-Völkergruppe (s. Ga), die der Landschaft Kunja (s.d.) den Guangvölkern (s.d.) an. Außerdem leben im Bezirk M. zahlreiche isolierte Volksstämme, welche nach den bisherigen Forschungen in die bekannten größeren Völkergruppen nicht eingereiht werden können; es sind dies die Stämme der Wowawora, Guámang, Borada, Tetémang, Bowiri (s. Buem), Akpafu (s.d.), Santrokofi (s.d.), Bakpéle (Likpé) (s.d.), Bogó (Achlo) (s.d.), Lolobi (s.d.), Baïka (s.d.), Awatime (s.d.), Lógba (s.d.), Tafi (s.d.) und Njangbó (s.d.). Dank der natürlichen Befähigung der Eingeborenen und dank der intensiven auf deren wirtschaftliche, geistige und sittliche Hebung gerichteten Tätigkeit der Verwaltung und der Missionen gehört die Bevölkerung des Bezirks M. zu der kulturell fortgeschrittensten Togos. - Der Bezirk M. ist reich an Ölpalmen; in verschiedenen Teilen des Bezirks betreiben die Eingeborenen Baumwollbau; auch der Kakaobau ist in Zunahme begriffen. Klimatabelle s. Togo.

v. Zech.