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Mission.
Karten
1. Christliche M. a) Wesen der M. b) Geschichte der M. c) Die
nichtchristlichen Religionen. d) M.sstatistik. e) Terminologie. f)
Rechtsgrundlage. g) Wert der M. -
2. Die evangelische M. a) Geschichte. b) Organisation. c) Die ev. M. und die
koloniale Bewegung in Deutschland. d) Die ev. M. in Deutsch-Ostafrika. e) Die
ev. M. in Deutsch-Südwestafrika. f) Die ev. M. in Kamerun. g) Die ev. M. in
Togo. h) Die ev. M. in Deutsch-Neuguinea. i) Die ev. M. in Samoa. k) Die ev. M.
in
Kiautschou. l) Zusammenfassung. -
3. Die katholische M. a) Neueste Entwickelung. b) Heimatliche Organisation.
c) Kath. M.sgenossenschaften. d) Ziel, Stufenfolge und Mittel der kath. M. e)
Tätigkeit und Einrichtung der kath. M. f) Ergebnisse der kath. M.
1. Christliche M. a) Wesen der M. Das Wort "Mission" dient seit dem 16.
Jahrh. als zusammenfassender Ausdruck für alle auf die Verbreitung des
Christentums unter Nichtchristen abzielenden Veranstaltungen. Diese Bezeichnung
hat sich eingebürgert, weil die Christenheit sich durch den Sendungsauftrag
Christi (Matth. 28, 19) zu dieser Tätigkeit verpflichtet weiß und weil sie die
Aufgabe der Christianisierung der nichtchristlichen Menschheit durch die
Aussendung von dazu geeigneten Personen zu lösen sucht. Die Christenheit wird
bei dieser Missionsarbeit von der Überzeugung geleitet, daß das Christentum von
Gott für die ganze Menschheit bestimmt ist. Dieser Gedanke ruht auf der
doppelten Voraussetzung, daß einerseits alle Völker imstande sind, es zu
verstehen und sich anzueignen, und daß es andererseits für alle Völker einen
Fortschritt darstellt, wenn sie die ihnen überkommenen Religionen durch das
Christentum ersetzen.
b) Geschichte der M. Der dem Christentum einwohnende Trieb zur Ausbreitung
hat sich nicht in allen Perioden der Geschichte der christlichen Kirche in
gleicher Stärke betätigt, teils weil er in Zeiten des Niedergangs seine
Spannkraft verlor, teils weil die Verhältnisse ihm Schranken zogen, aber er hat
sich stets geregt, sobald sich neue Wirkungskreise erschlossen. Die erste Phase
der Geschichte der christlichen M. spielte sich in dem Rahmen des römischen
Kaiserreichs ab und endete mit der Christianisierung der griechisch-römischen
Welt. Die zweite Phase umspannt das folgende Jahrtausend und charakterisiert
sich durch die Einführung des Christentums in allen Staaten Europas, mit
Ausschluß der unter mohammedanischer Herrschaft stehenden östlichen und
südöstlichen Gebiete. Das im 15. Jahrh. einsetzende Zeitalter der
Länderentdeckungen eröffnete die dritte Periode, die Geschichte der modernen M.
Indem allmählich der größte Teil der Erde unter den Einfluß der europäischen
Kultur rückte, ergaben sich für das missionierende Christentum früher nicht
vorhandene Ausbreitungsmöglichkeiten. In energischer und planmäßiger Ausnützung
dieser günstigen Verhältnisse hat es sich in den letzten Generationen über die
ganze Welt ausgebreitet.
c) Die nichtchristlichen Religionen. Die Widerstandskraft der
Religionen,
die das Christentum zu verdrängen sucht, weist sehr beträchtliche
Abstufungen
auf. Die animistischen Religionen (s. Religionen der Eingeborenen )
der sog. Naturvölker können sich gegenüber dem in Verbindung mit der
überlegenen
europäischen Kultur auftretenden Christentum nicht behaupten und
verfallen
dem Prozeß einer allmählichen Zersetzung. Der Hinduismus Indiens wie die
ostasiatischen Religionssysteme des Buddhismus und Konfuzianismus
besitzen
dagegen in der alten Kultur der Länder, in denen sie eingewurzelt sind,
so feste Stützen, daß sie, trotz mannigfacher und zunehmender Verluste
an das Christentum, zurzeit in ihrem Bestände, noch nicht gefährdet
sind.
Nur der Islam (s.d.) hat die Fähigkeit bewiesen, mit dem
Christentum
in Wettbewerb zu treten und noch im vergangenen wie in dem gegenwärtigen
Jahrhundert eine erfolgreiche Propaganda zu treiben (Niederländisch-
Indien
und Afrika). Von dem Geographen H. Wagner ist bei Zugrundelegung der
Annahme
der Bevölkerung der Erde in der Höhe von 1665 Millionen Seelen für 1910
der Stand der Religionen dahin berechnet worden, daß dem Christentum 653
Millionen, dem Mohammedanismus 230, dem Hinduismus 230,
den ostasiatischen Religionen 444 Millionen zuzuweisen sind. In der
Gegenwart
sind alle größeren christlichen Kirchen,
aber auch die meisten kleineren Kirchengemeinschaften auf dem Gebiet der
Heidenmission tätig.
d) M.sstatistik. In der erst neuerdings in ihrem Wert erkannten
Missionsstatistik
sind noch nicht die gleichen statistischen Grundsätze zu allgemeiner
Anerkennung
gelangt. Auf katholischer Seite werden vielfach unter den Katholiken
eines
Missionsgebietes auch die eingewanderten Europäer katholischer
Konfession
mitgezählt; in katholischen wie in evangelischen Missionsberichten
werden
irreführenderweise zuweilen auch die Katechumenen den Christe
zugerechnet;
in der Berichterstattung protestantischer Missionsgesellschaften des
englischen
Sprachgebiets begegnet man dem Brauch, daß statt der Zahl der getauften
Eingeborenen die Zahl der Vollmitglieder oder der Kommunikanten
aufgeführt
wird (s. Adherents). Im Interesse einer einheitlichen Gestaltung der
Statistik
ist anzustreben, daß die Ziffern der eingeborenen farbigen und der
eingewanderten
weißen Christen unterschieden werden, daß ferner als Eingeborene
Christen nur die getauften Eingeborenen gerechnet werden, daß
endlich
als Katechumenen nur die im Taufunterricht stehenden Eingeborenen
gelten.
e) Terminologie. Was die in der Missionsliteratur begegnende Terminologie
betrifft, so wird unter Missionar (in katholischen Missionsberichten heißt es
stets: Missionair) in engerem Sinne der ordinierte weiße Geistliche (Priester, Pater) verstanden, nicht
selten aber wird der Ausdruck auch auf alle missionarischen Hilfskräfte
europäischer Herkunft angewandt (nichtordinierte Ärzte, Lehrer, Handwerker, Kaufleute). Wo es sich um
Farbige Geistliche handelt, werden sie zumeist als
"eingeborene Missionare" bezeichnet.
Weibliche missionarische Hilfskräfte (Krankenpflegerinnen, Lehrerinnen)
europäischer Herkunft werden in katholischen wie in evangelischen Berichten
"Missionsschwestern" genannt, auf evangelischer Seite auch "unverheiratete
Frauen" (single woman). Für die im Interesse der Missionstätigkeit in
Missionsgebieten begründeten Niederlassungen der Missionsgesellschaften, die Wohnhäuser, Kirchen, Schulen,
Wohltätigkeitsanstalten umfassen, hat sich in der neuzeitlichen N. beider
Konfessionen die Bezeichnung "Stationen" eingebürgert. Die Bezeichnung
"Hauptstation" wird angewandt resp. ist anzuwenden auf Niederlassungen, auf
denen wenigstens ein weißer Missionar seinen dauernden Wohnsitz hat, die Bezeichnung "Neben- oder
Außenstation" auf Niederlassungen, die von eingeborenen Hilfskräften versorgt
werden.
f) Rechtsgrundlage. Die rechtliche Grundlage für das Wirken der christlichen
Missionen ist in den verschiedenen Ländern von einer großen Mannigfaltigkeit. In
den deutschen Kolonien genießen die Missionen nicht durch besondere Konzessionen gesetzlichen Schutz, sondern
durch SchGG. § 14. Für Teile von Kamerun und Deutsch-Ostafrika ist, abgesehen
von diesem Reichsgesetz, durch Art. 6 der Kongoakte von 1885 (s. d.) das Recht zu
missionieren gewährleistet (Mirbt, Mission und Kolonialpolitik S. 72, 80, 245
ff).
g) Wert der M. Der Wert der christlichen M. bemißt sich nach den
Verhältnissen des Landes, in dessen Grenzen sie tätig sind, und nach den
Gesichtspunkten, die als Maßstab verwendet werden. Für die deutschen Kolonien
bedeutet die Missionsarbeit (Mirbt S. 239 ff) eine Förderung der Politik der
Kolonialregierung: durch die von ihnen auf dem Gebiet der Landeskultur
geleistete Arbeit, durch ihre Hilfeleistungen bei allen dem Wohl der
Eingeborenen zugewandten Bestrebungen der Regierung, durch ihre eigene
Wohlfahrtspflege, durch ihre Anleitung der Bevölkerung zur Arbeit, durch ihre
Schulen, vor allem durch ihre religiöse und sittliche Erziehung der Eingeborenen
und durch die ihnen in der kritischen Zeit der Auflösung ihrer alten
Gesellschaftsverhältnisse gewährte Beratung und Fürsorge.
2. Die evangelische Mission (s. Tafel 128 bis 134). a) Geschichte
der ev. M.
Die evangelische Kirche ist in den beiden ersten Jahrhunderten ihres Bestehens
über unbedeutende Ansätze zu
missionarischer Arbeit nicht hinausgekommen. Diese Tatsache übt bis auf den
heutigen Tag ihre Wirkungen aus, da die M. der katholischen Kirche gerade im 16.
und 17. Jahrh. einen gewaltigen Aufschwung nahm und dadurch den großen Vorsprung
gewann, den die später einsetzende protestantische M. nur auf einzelnen Gebieten
auszugleichen imstande gewesen ist. Die lang andauernde Zurückhaltung des
Protestantismus in bezug auf missionarische Tätigkeit war teils die Frucht für
sie ungünstiger Verhältnisse kolonialpolitischer Art, teils das Ergebnis
innerkirchlicher Verhältnisse und mangelnden Verständnisses für die Bedeutung
der M. Epochemachend wurde im Zeitalter des Pietismus die Begründung der
Dänisch-Halleschen M. (1705) und vor allem die der Herrnhuter (s. Brüdergemeine) (1732). Am Ende
des 18. Jahrh. hat dann unter dem Zusammentreffen verschiedener darauf
hinwirkender Faktoren die große neuzeitliche Missionsbewegung des
Protestantismus in England ihren Anfang genommen, die allmählich alle
evangelischen Länder ergriff und besonders seit der Mitte des 19. Jahrh. von
Jahrzehnt zu Jahrzehnt sich erweitert hat. Großbritannien und die Vereinigten
Staaten haben in der evangelischen Mission die Führung, in der Zahl der von
ihnen ausgesandten Missionare, in der Höhe der von ihnen aufgewandten Mittel, in
den Resultaten der von ihnen geleisteten Arbeit. Die deutschen evangelischen
Missionsgesellschaften arbeiteten Ende 1911 mit einem Personal von 1417
europäischen Missionsarbeitern und 5902 eingeborenen Missionsarbeitern an 640630
Getauften, unterhielten 3678 Schulen, die von 197490 Schülern besucht wurden,
und verwandten für ihre Missionsarbeit im Jahre 1910 die Summe von 11359265 M
(davon 2 622 683 M auf den Missionsgebieten aufgebracht).
b) Organisation der ev. M. Die Gestaltung und Einrichtung der ev. M.
steht naturgemäß in engstem Zusammenhang mit der Geschichte und der Entwicklung
des Protestantismus. Da er sich keine einheitliche verfassungsmäßige
Organisation gegeben hat, gibt es auch für das Missionswesen keine
Zentralinstanz, d. h. in bezug auf die Wahl und Abgrenzung der Arbeitsfelder und die in
Anwendung kommende Missionsmethode besteht volle Freiheit. Eine weitere
Eigentümlichkeit der ev. M. liegt darin, daß die M., von verschwindenden
Ausnahmen abgesehen, nicht durch die Kirchen als solche betrieben wird, sondern
durch Gesellschaften, die sich für diesen Zweck gebildet haben. Der Umstand, daß
die für den Edinburger Weltmissionskongreß 1910 aufgestellte Statistik nicht
weniger als 338 Missionsgesellschaften zusammenstellen konnte, die Missionare
aussenden, zeigt die Tragweite des Zustandes völliger Missionsfreiheit. In
Deutschland bestehen 26 Missionsgesellschaften, die in Größe und Eigenart
untereinander zum Teil sehr verschieden sind. Die Nachteile dieser
Zersplitterung liegen auf der Hand. Aber es hat sich, zumal in den letzten
Jahrzehnten, in den wichtigsten Fragen der missionarischen Praxis eine
verhältnismäßig große Übereinstimmung herausgebildet, und neuerdings mehren sich
die Versuche, durch Konferenzen der in einem Missionsgebiet tätigen Missionare
einen Austausch der Erfahrungen herbeizuführen und dadurch zwischen den
einzelnen Gesellschaften die im allgemeinen Interesse liegende Verständigung
herzustellen. Die im Aug. 1911 in Daressalam abgehaltene Konferenz deutscher und
englischer Missionare war der erste in den deutschen Kolonien unternommene
Versuch dieser Art und soll ständige Einrichtung werden.
c) Die ev. M. und die koloniale Bewegung in Deutschland. Die ev. M.
hat an der Verbreitung des kolonialen Gedankens in Deutschland in
bemerkenswerter
Weise mitgearbeitet und wirkt laufend für seine Popularisierung. Durch
ihre zahlreichen Beziehungen und Interessen war ihr Blick ähnlich dem
der Handelskreise, in erster Linie der Hanseaten, schon bevor
Deutschland
eine Kolonialmacht wurde, überseeischen Ländern zugewandt. 1879 erschien
die Aufsehen erregende Schrift des
Barmer
Missionsinspektors Friedrich Fabri (s.d.):
Bedarf Deutschland der Kolonien? und hat eine starke Wirkung ausgeübt.
Als Angra Pequena erworben wurde, waren es die
Schriften der rheinischen Missionare Büttner (s.d.) (Hinterland von Walfischbai und Angra Pequena; Heidelberg 1884)
und Olpp (Angra Pequena und Großnamaland, Elberfeld 1884, und Erlebnisse
im Hinterland von Angra Pequena, Kulmbach 1884), nach denen man begierig
griff, um sich über dieses Gebiet zu unterrichten. Nach den kolonialen
Erwerbungen des Jahres 1884 haben die deutschen Missionsgesellschaften
zu den für sie daraus sich ergebenden Aufgaben auf der Konferenz zu
Bremen
im Okt. 1885 Stellung genommen und mit der Begründung evangelischer M.
in den deutschen Kolonien begonnen. Neue Gesellschaften traten zu diesem
Zweck ins Leben wie die Bayerische, die sich später mit der Leipziger Missionsgesellschaft
vereinigt hat, und die Evangelische Missionsgesellschaft für Deutsch-Ostafrika (s.
Bielefelder M.). Noch wichtiger aber war, daß die schon vorhandenen
Missionsgesellschaften
(s.d.) sich den deutschen Kolonien zuwandten. Das ist in einem Umfange
und in so steigendem Maße geschehen, daß fast alle seit dem Jahre 1885
von deutscher evangelischer Seite in Angriff genommenen neuen
Missionsunternehmungen
die deutschen Kolonien zum Ziel hatten. Daß diese große Vermehrung der
deutschen Kolonialmissionen das Interesse und Verständnis für die
koloniale
Sache in weite Kreise verbreitet hat und für die Propaganda des
kolonialen
Gedankens noch heute von großer Wichtigkeit ist, ergibt sich aus der
Eigenart
des deutschen evangelischen Missionswesens. Denn jede dieser
Gesellschaften
bringt durch ihre in Tausenden von Exemplaren erscheinenden monatlichen
Berichte über den Fortgang der Missionsarbeit ihren Freundeskreisen die
Kolonien näher und wirkt zugleich durch ihre ausgedehnte, zur
Massenverbreitung
bestimmte, nichtperiodische Literatur in derselben Richtung. Ferner
bieten
die jährlichen Missionsfeste in Tausenden von evangelischen Gemeinden
eine Gelegenheit, wie sie keine andere koloniale oder nichtevangelische
Veranstaltung zurzeit zu schaffen vermag, großen Teilen des deutschen
Volkes regelmäßig jahraus jahrein über die deutschen Kolonien Bericht
zu erstatten. Da gegenwärtig die meisten deutschen
Missionsgesellschaften
in den deutschen Kolonien ein Arbeitsfeld gefunden haben, ist die
Vorführung
ihrer Tätigkeit auch auf diesem Gebiet selbstverständlich, und es liegt
in der Natur der Sache, daß dann nicht nur von der Bekehrungsarbeit im
engeren Sinne gehandelt wird, sondern zugleich auch von den
Verhältnissen,
unter denen sie verrichtet wird. Als ein erfolgreiches Mittel, für die
Kolonialmission und damit für die deutschen Kolonien überhaupt Interesse
zu wecken, haben sich die bisher zweimal veranstalteten
Kolonialmissionstage
(Dresden, Herbst 1911; Kassel, Juni 1912) bewährt, die sich die Aufgabe
stellen, einzelne Kolonialgebiete nach verschiedenen Seiten in
Vortragszyklen
vorzuführen. Daß in den inzwischen aufgehobenen Kolonialrat
(s.d.) der Herrnhuter Missionsdirektor Buchner [s.d.] (gest. 1907)
berufen
wurde, war für die Herausbildung guter Beziehungen zwischen Kolonial-
und Missionskreisen von Bedeutung. Die in den ersten Jahren deutscher
Kolonialpolitik über das Verhältnis von Missions- und Kolonialwesen
bestehenden
Unklarheiten und Mißverständnisse führten zu mancherlei literarischen
Kontroversen, unter denen der Schriftenwechsel zwischen G. Warneck
(s.d.)
und Wissmann 1890 die Öffentlichkeit am meisten
beschäftigt
hat. Die Deutschen Kolonialkongresse (s.d.) haben dann viele Berührungen
zwischen Missions- und Kolonialkreisen geschaffen und der M. Gelegenheit
gegeben, durch die Darlegung ihrer Erfahrungen sich als einen
sachverständigen
Mitarbeiter an der Entwicklung unserer Kolonien zu erweisen. Eine
Wirkung
dieser Tatsache war die Aufnahme der M. in den Vorlesungsplan des
Hamburgischen
Kolonialinstituts (s. d.) und der Deutschen Kolonialschule
in Witzenhausen (s.d.). Auch die
an den Universitäten über die M. in den deutschen Kolonien gehaltenen
Vorlesungen dienen indirekt der Verbreitung des Verständnisses für das
deutsche Kolonialwesen.
d) Die ev. M. in Deutsch-Ostafrika. Als 1884 diese Kolonie
von Deutschland erworben wurde, befanden sich nur 3 Englische Missionsgesellscha
ften in diesem Land: die Universitätenmission (1869), die Kirchliche
(1879) und die Londoner, Missionsgesellschaft (1879). Die beiden ersten
sind noch heute hier tätig, während die zuletzt genannte ihre Arbeit in
Deutsch-Ostafrika eingestellt hat (1896).- Die Universitätenmission
(s.d.)
hat sich zwei Arbeitsfelder geschaffen, in Usambara (seit 1869) und im
Süden nördlich vom Rovumafluß, unterhält 8 Hauptstationen - Hauptplatz
ist Msalabani (Magila)
-, arbeitet mit 15 ordinierten und 6 nichtordinierten Missionaren, hat
19 unverheiratete Missionarinnen, 12 ordinierte und 148 nichtordinierte
eingeborene Gehilfen und zählt 5622 Getaufte. Die deutsch-
ostafrikanische
Mission der Universitätenmission ist ein Teil des anglikanischen Bistums
Sansibar. Die Kirchliche Missionsgesellscha
ft (s.d.), die bereits 1844 den deutschen Missionar Krapf (s.d.) nach Mombasa sandte, wurde durch die enthusiastischen
Schilderungen Stanleys (s.d.) von Uganda
(1874) veranlaßt, in diesem Land eine Mission zu beginnen. Die große
Entfernung
Ugandas von der Küste führte zur Anlegung von Etappenstationen (seit
1876).
Ihre 5 Stationen, in Usagara und Ugogo gelegen - die größte ist Kongwa mit 335
Getauften
-, zählen 924 eingeborene Christen und werden von 3 ordinierten und 4
nichtordinierten Missionaren versorgt, denen 8 unverheiratete
Missionarinnen
zur Seite stehen. Die M. der C. M. S. in Deutsch-Ostafrika untersteht
dem Bischof von Mombasa. - Von ausländischen Missionsgesellschaften ist
noch die Africa Inland Mission (s. d.) zu nennen, die im Bezirk Muansa 2 Stationen, Nasa und Nera (1912), unterhält, von denen die erstere 1909 von
der C. M. S. übernommen wurde, 6 nichtordinierte Missionare und 3
Missionarinnen
an ca. 50 Getauften. - Daneben treffen wir acht deutsche
Missionsgesellschaften
in Deutsch-Ostafrika. Die speziell für diese Kolonie (1886) begründete
Bielefelder
Missionsgesellschaft
(s.d.) hat zwei Arbeitsgebiete, in Usambara seit 1887 mit 7 Stationen - darunter
Hohenfriedberg
mit 810 Getauften die größte und Ruanda seit 1907 mit 5 Stationen. Sie verwendet 15
Missionare, 14 nichtordinierte (1 Lehrer, 13 Diakonen), 73 eingeborene
Gehilfen und zählt 1678 Getaufte. - Die Berliner
Missionsgesellschaft (s.d.) setzte 1891 im Norden des Njassasees
ein,
organisierte ihre Gemeinden in den Verband der Konde-Synode - größte
Station
Neu-Wangemannshöh (1891) mit 554 getauften Gemeindegliedern und der
Hehe-Synode
- größte Station Ilembula (1900) mit 238 Getauften - und übernahm von
der Bielefelder Missionsgesellschaft 1903 deren Gemeinden in Usaramo,
unter denen Kisserawe (1892) mit 137 Getauften die größte
ist.
Stand 31. Dez. 1911: 18 Hauptstationen, 28 ordinierte und 3
nichtordinierte
Missionare, 1 Missionsarzt, 1 Lehrer, 1 Lehrerin, 4 Krankenschwestern, 13 Handwerker und
Kolonisten,
insgesamt 51 europäische Arbeitskräfte; 3006 Getaufte. - Die
Brüdergemeine
(s. d.), die gleichzeitig mit der Berliner Missionsgesellschaft und in
deren Nähe ihre Njassa-M. begonnen hat, übernahm 1898 die
Unjamwesiarbeit
der Londoner M. Stand 31. Dez. 1911: 15 Hauptstationen, 24 ordinierte
und 8 nichtordinierte Missionare, 1 Missionsschwester, 1476 Getaufte.
Die Begründung der Njassa-M. ist wesentlich das Werk des
Missionssuperintendenten
Th. Meyer, die der Unjamwesi-M. des Missionars R. Stern, der auch eine
Reihe sprachwissenschaftlicher Arbeiten veröffentlicht hat. Von
Missionar
Ed. Dahl erscheint ein Kinyamwesi-Deutsch und Deutsch-Kinyarawesi-
Lexikon.
- Die Leipziger Missionsgesellschaft (s. d.) trat 1893 an die Stelle der
englischen Kirchlichen Missionsgesellschaft in die Missionsarbeit am
Kilimandscharo,
hat diese kräftig ausgestaltet, ebenso wie am Meru
und im Paregebirge und in jüngster Zeit in der Landschaft Iramba (südw. vom Kilimandscharo) ein neues
Arbeitsgebiet
in Angriff genommen (1911). Die größte Station ist Mamba mit 590 Getauften. Ende 1911 ergab die
Statistik:
13 Stationen, 20 europäische ordinierte und 6 nichtordinierte (inkl. 1
Missionsarzt) Missionare, 5 Missionsschwestern und 2120 Getaufte. - Die
Adventisten vom siebenten Tag (s. Adventisten) haben sich 1903 in Süd-
Pare
niedergelassen, wo von ihnen 4 Stationen angelegt worden, und außerdem
seit 1909 an der südlichen Hälfte der Ostküste des Victoria-Njansasees,
wo in Rascher Aufeinanderfolge 5 Stationen entstanden
sind.
Sie befinden sich hier in der Nähe eines Arbeitsgebietes englischer
Adventisten,
die 1907 den nördlichen Teil der Ostküste besetzt haben. Die Pare- M.
zählte Ende 1911 2 ordinierte Missionare, 4 nichtordinierte Missionare,
79 Getaufte; die M. am Victoriasee
1 ordinierten Missionar (Juli 1912), 26 Getaufte, 1 Missionsarzt, 7
nichtordinierte
Missionare und 1 Krankenschwester. - Erst in den allerersten Anfängen
steht die Wirksamkeit der Neukirchener Missionsanstalt (s.d.) (3 Missionare, 3
Stationen)
in Urundi und der Schleswig-
Holsteinischen
evangelisch-lutherischen Missionsgesellschaft zu Breklum (s.d.) (2
Missionare,
1 Station) in Uha, die beide im Jahre 1911
sich Deutsch-Ostafrika zugewandt haben. - Der Evangelische Afrikaverein
(s.d.) ist seit 1896 in Lutindi
(Usambara)
im Interesse der sozialen und kulturellen Hebung der Eingeborenen tätig
(s.a. Lutindi). - Die evangelische M. in Deutsch-Ostafrika wird demnach
jetzt von 11 Gesellschaften betrieben, die zurzeit auf 89 Stationen mit
112 ordinierten und 76 nichtordinierten Missionaren und 41
Missionsschwestern
unter den Eingeborenen wirken. Die Zusammenstellung der Ziffern der
einzelnen
Gesellschaften ergibt die Zahl von 14981 d.h. ca. 15000 Getauften, da
die der Africa Inland Mission fehlen. Da die Arbeitserfolge der M. von
Jahr zu Jahr wachsen und ihr Arbeitspersonal andauernd vergrößert wird,
auch die rasch fortschreitende Erschließung dieser Kolonie die
Gelegenheiten
zur Einwirkung auf die Eingeborenen vermehrt, befindet sich die
evangelische
M. in einem aussichtsvollen Entwicklungsstadium. Sie ist am stärksten
vertreten in den Gebieten nördlich vom Njassasee, am Kilimandscharo und
in dem Land zwischen diesem Gebirge und der Küste, weniger stark in dem
Hinterland von Daressalam und in dem äußersten Süden, erst Anfänge
liegen
vor im Nordosten (Ruanda, Urundi, Uha, Victoriasee); dazu kommen noch
Enklaven im Binnenland. Durch die erste deutsch-ostafrikanische
M.konferenz
in Daressalam, 13.-19. Aug. 1911 (vgl. Klamroths Bericht: Allgemeine
Missions-Zeitschrift
1911 S. 519/529), ist der Weg zu einem gemeinsamen Vorgehen der
evangelischen
M. angebahnt.
e) Die ev. M. in Deutsch-Südwestafrika. Bis zum Jahre 1896 ist unter
der eingeborenen Bevölkerung nur von evangelischer Seite M. getrieben
worden. Diese ev. M. hat verschiedenartige Entwicklungsstadien
durchlaufen.
Von 1842/84 stand das Land unter heidnischen Häuptlingen, die
Missionsarbeit
war zugleich Kulturarbeit elementarer Art, sie litt unter den dauernden
Stammesfehden, aber hatte gute Fortschritte zu verzeichnen. Aus der
Errichtung
der deutschen Herrschaft 1884 erwuchs der Mission einerseits eine
erhebliche
Förderung, da damit geordnete Verhältnisse eintraten, andererseits eine
starke Veränderung der Sachlage, teils indem die kulturelle Einwirkung
auf die Eingeborenen nun auch von anderer Seite unternommen wurde, teils
indem sehr bald der Interessengegensatz zwischen Eingewanderten und
Eingeborenen
stark hervortrat. Nachdem er sich in dem 1903 beginnenden Aufstand (s.
Hereroaufstand) entladen hat, sind es die
politischen und sozialen Folgen dieses Ereignisses, die auf die Art der
M. bestimmend einwirken. Es handelt sich in Südwest um 2 Missionsgesellschaften. - Die Rheinische Missionsgesellscha
ft (s.d.) hatte nach dem Ende des Krieges zu konstatieren, daß die
Zahl ihrer Christen auf 9500 ca. zusammengeschmolzen war. Die Statistik
von Ende 1911 aber verzeichnet für die gesamte Kolonie bei 22 Stationen
(GroßNamaland seit 1842, Hereroland seit 1845; Ovamboland seit 1901), d.
h. unter Ausschluß der auf englischem (Rietfontein, Walfischbai) und portugiesischem
(Omapanda, Ondjiva) Gebiet liegenden und bei 29 ordinierten und 4
nichtordinierten
Missionaren, sowie 4 Missionsschwestern einen Bestand von 19395
Christen.
Die größten Gemeinden sind: Windhuk
(2043
Namaredende, 2109 Hereroredende), Rehoboth (2109), Keetmanshoop (1809 Namaredende, 293
Hereroredende).
Die Finnische Missionsgesellschaft
(s.d.), durch enge Beziehungen mit der Rheinischen M. von altersher
verknüpft, wirkt seit 1870 im Norden im Ovamboland. Sie hat 9 Stationen,
arbeitet mit 12 Missionaren, 8 Lehrerinnen,
1 Arzt, 3 Krankenschwestern und zählt 2138 Getaufte.
f) Die ev. M. in Kamerun. Die von den Englischen Baptisten (s. d.) bis
1884 gesammelten kleinen Gemeinden von Eingeborenen wurden 1886 von den
Basler Missionaren übernommen, haben sich aber aus Abneigung gegen
ernste
deutsche Zucht deren Leitung bald entzogen und kirchlich abgesondert.
Diese Sachlage veranlaßte die deutschen Baptisten, 1891 nach Kamerun
Missionare
zu schicken. Doch ihnen gegenüber betätigten die eingeborenen
baptistischen
Gemeinden den Geist der Ungebundenheit in gleicher Weise wie gegenüber
den Baslern, sonderten sich ab und konstituierten sich als eine
selbständige
Kirchengemeinschaft. Aber 1900 ist es den deutschen Baptisten gelungen,
diese Gemeinden sich wenigstens wieder anzugliedern. - Die Basler Missionsgesellschaft
(s.d.)
hatte am 1. Jan. 1912 13 Gemeinden mit 11807 eingeborenen Christen und
38 ordinierte und 15 nichtordinierte Missionare, sowie 7
Missionsschwestern.
Unter ihren Missionaren ragen hervor:. N. Bohner (gest. 1905), der
Leiter
der Kamerun- M. 1884/90; E. Schuler (gest. 1906), Präses 1897/03, hat
das Neue Testament in die Dualasprache
übersetzt, leitete das Predigerseminar in Buea
und führte die Expedition in das Grasland,
die zur Gründung der M. in Bali Anlaß gab. Die größte Gemeinde ist die zu Bonaberi mit 2812 Christen. Nach der Eröffnung der
Eisenbahn von Duala in das Hinterland von
Njasoso und Mangamba haben die Basler zuletzt in Ndunge 1911 eine neue
Hauptstation begründet und damit ein Bindeglied zwischen den Stationen
im Graslande und dem Küstengebiet geschaffen. Die Zahl der eingeborenen
Hilfsarbeiter beträgt 269. - Die deutschen
Baptisten (s.d.)hatten am 31. Dez. 1912 außer den
8 "Eingeborenen-Gemeinden" selbst 6 Gemeinden, 10 europäische ordinierte
Missionare, die Zahl der Mitglieder betrug 2947. Im Jahre 1911 haben sie
in Ndumba, der Residenz des Häuptlings der Wute, einen wichtigen Punkt besetzt. - Die
amerikanischen
Presbyterianer (s.d.) haben 5
Hauptstationen
- darunter Batanga mit 948 "Mitgliedern"
-, zählen 15 ordinierte Missionare, 8 nicht ordinierte, 4 Ärzte, 6
unverheiratete
Missionarinnen. Da sie die "Getauften" nicht zählen, haben wir uns daran
zu halten, daß sie 4155 "members" und 3978 "catechumens or Adherents"
berechnen.
g) Die ev. M. in Togo. Die evangelische M. liegt hier fast
ausschließlich
in der Hand der Norddeutschen Missionsgesellschaft (s.d.), die auf 8
Stationen
mit 15 ordinierten und 2 nichtordinierten Missionaren und 3
Missionsschwestern
arbeitet und 6484 Gemeindeglieder zählt. Die größte Station ist Lome mit 681 Christen. - Die Wesleyanische Missionsgesellschaft
(s.d.) hat in Anecho eine zu ihrer Lagos-
M.
gehörende Station, für die 227 "Mitglieder" und 517 "other adherents"
angegeben werden. Im Blick auf die bevorstehende Öffnung von Nordtogo
ist seitens des Gouvernements mit der evangelischen und katholischen M.
die Vereinbarung getroffen, daß der Westen, d. h. der Bezirk Jendi-Mangu
der evangelischen, und der Osten, d. h. der Bezirk Bassari-Sokode der
katholischen zufallen soll. Die Teilung soll wenigstens für 20 Jahre
Geltung
haben. Die evangelische M. in Nordtogo wird von der Basler M. übernommen
werden.
h) Die ev. M. in Deutsch-Neuguinea. Diese Kolonie steht noch in den
Anfängen der Zivilisation und Christianisierung. - a) Kaiser-Wilhelmsland
ist erst infolge der deutschen Besitzergreifung Missionsland geworden.
Die Neuendettelsauer M.gesellschaft (s.d.), seit 1886 im Lande, hat 26
Missionare, 9 Laienbrüder und 2 Missionsschwestern auf 17
Stationen und zählte Ende 1911 2944 Christen. Die älteste Station ist
Simbang (1886) mit 355, die größte Loganeng mit Jabim
und Tami mit 539 Christen. Die Rheinische
Missionsgesellschaft (s. d.) hat dagegen nach 25jähriger Tätigkeit (seit
1887) auf 5 Stationen mit 10 Missionaren nur 83 Gemeindeglieder
gesammelt.
b) Bismarckarchipel. Die
australischen
Methodisten (s.d.), seit 1875 hier tätig, unterhalten ein Missionswerk,
das Ende 1911 10 Missionare, darunter 5 Laien, 4 Missionsschwestern, in
6 Bezirken 5216 Eingeborene Christen
(Members) umfaßte. Als Attendants at public worship werden 22707
genannt.
- c) Karolinen und Marshallinseln. Der American
Board (s.d.) (auf den Karolinen seit 1852, auf den Marshallinseln
seit 1855) hat seine Wirksamkeit so weit eingeschränkt, daß er nur noch
auf Kusaie (Ostkarolinen) eine Mädchenschule und in
Roneron
auf Majuro und in Oro auf Nauru noch Gemeinden hat, in denen 3 Missionare und
4 unverheiratete Missionarinnen den zahlreichen eingeborenen Arbeitern
zur Seite stehen. Der letzte Jahresbericht von 1912 nennt 3739
Kommunikanten.
Die Liebenzeller M. (s.d.) hatte Ende 1911 auf den Ostkarolinen (seit
1906) in Ponape und auf den Trukinseln 5 ordinierte und 1
nichtordinierten
Missionar, 3 Missionarinnen, 4 Hauptstationen, 1154 Gemeindeglieder. Die
auf den Mortlockinseln abgebrochene Missionsarbeit
wird wieder aufgenommen.
i) Die ev. M. in Samoa ist streng genommen nicht mehr ein
Missionsgebiet,
da die eingeborene Bevölkerung (33478 nach der Zählung von 1906)
christianisiert
ist. Die Haupttätigkeit der M. besteht daher in Seelsorge, Schule und
Krankenpflege. Die Londoner M.gesellschaft
(s. d.), die 1836 ihre ersten Missionare nach Samoa sandte, hatte 1911
noch 6 Missionare auf 6 Stationen daselbst, aber die Zahl von 158
eingeborenen
ordinierten Pastoren beweist, daß die Selbstverwaltung der einheimischen Kirche
sehr weit vorgeschritten ist. Zu ihren Gemeinden gehören 7263 Mitglieder
(church members) und 18076 Anhänger (native adherents). Unter der
Leitung
der australischen Methodisten (s.d.) standen Ende 1911 2727 Eingeborene
(2394 church members, 333 members on trial) in 2 Bezirken bei 3 weißen
Missionaren. Die Zahl der Attendants on public worship betrug 6627. Die
Adventisten vom siebenten Tag (s. Adventisten)
unterhalten in Apia seit 1895 ein
Sanatorium
und haben sich einen kleinen Wirkungskreis geschaffen. - Die Tätigkeit
der "Samoan Mission of the church of Jesus
Christ f Latter Day Saints" (Mormonen-Mission, s. d.), die angeblich
durch
12 weiße Missionare auf 6 Stationen an 959 Eingeborenen ausgeübt wird,
gehört nicht zur evangelischen Mission, da die aussendende Kirche nicht
als eine evangelische Kirchengemeinschaft anzusehen ist.
k) Die ev. M. in Kiautschou. Die Erwerbung deutschen Gebietes in China
durch
die Pachtung Kiautschous 1898 hat zu folgenden Unternehmungen
evangelischer
M. daselbst Anlaß gegeben. Die Berliner Missionsgesellschaft (s. d.),
seit 1898 in Tsingtau, hatte Ende 1911
auf 3 Stationen 6 ordinierte Missionare und 1 nichtordinierten sowie 2
Lehrerinnen und zählte 891 christliche Chinesen.
Der Allgemeine evangelisch-protestantische Missionsverein (s.d.) hat in seinem Dienst
auf 2 Stationen 2 Missionare, 1 Arzt und 3 in der Schule und im Hospital
beschäftigte Frauen. Die Nordamerikanischen Presbyterianer (s.
Amerikanische
Presbyterianer) haben in Tsingtau (seit 1898) eine Station mit 4
Missionaren
und 1 unverheiratete Missionarin.
l) Zusammenfassung über die ev. M. In den deutschen Kolonien arbeiten demnach 14 deutsche
Missionsgesellschaften
(die Basler, Berliner, Bielefelder, Brüdergemeine, die Rheinische, Leipziger,
die Neuendettelsauer, Norddeutsche, der Allg. evangelisch-
Protestantische
Missionsverein, die Neukirchener, die Baptisten, Adventisten, die
Schleswig-Holsteinsche
Missionsgesellschaft, der Afrikaverein), 4 englische (Kirchliche, Londoner
Missionsgesellschaft,
Universitätenmission, Wesleyaner),
3 amerikanische (American Board, Amerikanische Presbyterianer,
Africa Inland Mission),
1 finnische (Finnische Missionsgesellschaft), 1 australische (Australische Methodisten), also
insgesamt 23 Gesellschaften (s. a. die einzelnen Gesellschaften). Da die
Statistik über die Missionsgebiete der Südsee
unvollständig ist und da auf dem Bismarckarchipel, den Karolinen und auf
Samoa statt der nicht erreichbaren Zahl der Getauften die der
Kommunikanten
bzw. der Mitglieder (members) eingestellt werden muß, ist ein ganz
sicheres
Gesamtergebnis der evangelischen Missionsarbeit in den deutschen
Kolonien,
soweit es sich überhaupt in Zahlen ausdrücken läßt, zur Zeit nicht zu
gewinnen. In den afrikanischen Schutzgebieten wurden im Jahre 1911 161
Hauptstationen unterhalten, auf denen 131 ordinierte und 114
nichtordinierte,
insgesamt also 245 europäische (inkl. 27 Amerikaner) männliche
missionarische
Arbeitskräfte und 75 unverheiratete europäische Frauen tätig waren. In
der Südsee und Kiautschou befanden sich auf 49 Stationen 70 ordinierte
und 17 nichtordinierte Missionare neben 19 M.Schwestern.
Die Zahl der getauften Eingeborenen beträgt (Deutsch-Ostafrika
14981, Deutsch-Südwestafrika 21533, Kamerun 22 887, Togo 7228, Deutsch-Neuguinea 13136,
Samoa 28066, Kiautschou 891), insgesamt 108722. Diese Daten finden ihre
Ergänzung in der Schultätigkeit der ev. M. (s. Missionsschulwesen) und in ihrem Anteil
an der Wohlfahrts- pflege (s. Ärztliche
Mission). Nach der wirtschaftlichen Seite bedeutet die Unterhaltung
dieses Missionswerkes in den deutschen Kolonien einen jährlichen Aufwand
von mindestens 31/4 Mill. M in deren Interesse. Aber höher wiegen die
von der M. ausgehenden volkserzieherischen, kulturellen, geistigen,
religiösen
und sittlichen Wirkungen.
Mirbt.
3. Die katholische M. (s. Tafel 135 bis 140). a) Neueste
Entwicklung der Kath. M. Die katholische Missionstätigkeit, deren
Blütezeit in die Periode der höchsten spanisch-portugiesischen Kolonialmacht
bald nach dem Entdeckungszeitalter fällt, erhielt im 19. Jahrh. einen neuen
Anstoß durch die romantische Bewegung und wandte sich in steigendem Maße auch
den deutschen Schutzgebieten zu, nachdem in den 80er Jahren die Antisklaverei-
und Kolonialbewegung speziell in Deutschland das allgemeine Augenmerk und
Interesse auf sich gerichtet hatte (s. Antisklavereibewegung). Entsprechend
dem allgemein ausgesprochenen Wunsche, die deutschen Kolonien mit deutschen
Missionskräften zu versehen, bewilligten die staatlichen und kirchlichen
Behörden den in den Schutzgebieten arbeitenden Genossenschaften zur Heranbildung
deutschen Personals eigene Missionsanstalten in Deutschland, die ihrerseits
durch Wort und Schrift den Missions- wie den Kolonialgedanken in den
katholischen Kreisen Deutschlands popularisierten, besonders mit Hilfe der
deutschen Katholikentage. Seitdem sind binnen kaum eines Menschenalters durch
die Opferwilligkeit der deutschen Katholiken nicht weniger als 28 deutsche
Missionshäuser errichtet worden, die zumeist den Kolonialmissionen dienen. Doch
beträgt die Zahl der theologischen Missionsseminare, die ja doch für den Zuwachs
an Missionspriestern allein in Frage kommen, in ganz Deutschland nur sieben.
b) Heimatliche Organisation der kath. M. Das Katholische Missionswesen trägt im
Unterschied
zum protestantischen einen streng kirchlichen Charakter, untersteht
daher
der Leitung und Sendung durch die kirchliche Hierarchie, in erster Linie
also dem Papste, der die römische Propaganda (s.d.) als eigene
Missionsbehörde
delegiert hat, eine Zentralisation, der die katholische Mission in
erster
Linie ihre Einheitlichkeit verdankt. Die unmittelbare Leitung und
Ausführung
liegt indes kraft päpstlicher Übertragung fast durchweg in der Hand
religiöser
Genossenschaften (s. Geistliche
Genossenschaften), teils Missionsorden teils Missionsgesellschaften
(Kongregationen), zu denen als mitwirkende
und unterstützende Faktoren Weltklerus und Missionsvereine (s.d. 2) treten.
c) Kath. M.sgenossenschaften. In den deutschen Kolonien sind folgende
männliche Genossenschaften
tätig:
1. die Steyler Gesellschaft des
Göttlichen
Wortes (s.d.) in der apostolischen Präfektur in Deutsch- Neuguinea
(s.d., 20. Missionen) und in den apostolischen Vikariaten Togo (s.d.)
und Südschantung (s.Kiautschou, Katholische M.), zu dem Kiautschou
gehört;
2. die Limburger Pallottiner (s. Limburg) im apostolischen Vikariat Kamerun (s.d.);
3. die Hünfelder Oblaten von der unbefleckten Jungfrau Maria (s. d.) in
der apostolischen Präfektur Unter-
Cimbebasien,
dem nördlichen Teile von Deutsch-Südwestafrika (s.d.); 4. die Wiener Oblaten
des hl. Franz von Sales (s.d.), in der apostolischen Präfektur
Großnamaland,
dem südlichen Teil von Deutsch-Südwestafrika (s.d.); 5. die Benediktiner (St. Benediktus-
Missionsgenossenschaft)
von St.Ottilien (s. d.) in den
apostolischen
Vikariaten Daressalam und Lindi, dem südlichen Teile des deutsch-
ostafrikanischen
Küstenlandes; 6. die Knechtstedener Väter vom hl. Geiste (s.d.) im
nördlichen
Teile, den beiden Vikariaten Bagamojo und Kilimandscharo (s.d.), dazu im Süden von Neukamerun (s.d.); 7. die Trierer Weißen Väter
(s.d.) im Innern von Deutsch-Ostafrika, den apostolischen Vikariaten Tanganjika, Unjanjembe, Kiwu
und Süd-Njansa (s.d.); 8. die Hiltruper Missionare vom heiligsten
Herzen Jesu (s. d.), in den apostolischen Vikariaten Neupommern
(Bismarckarchipel)
und Marshallinseln (s.d.); 9. die Meppener
Maristen oder Gesellschaft Mariens (s. Maristen) im
apostolischen Vikariat der Schifferinseln (Samoa) und auf den
Nordsalomonen
(s. Samoa, katholische M.); 10. die
rheinisch-westfälische
Kapuzinerprovinz (s. Kapuziner) im apostolischen Vikariat der Karolinen und Marianen (s.d.). Dazu kamen infolge der Abtrennung
von Neukamerun (s. d.) die Sittarder Priester vom Herzen Jesu (s.d.) im Adamauagebiet,
und in West-Kaiser-Wilhelmsland die Picpusväter. Mit Ausnahme der
Steyler
und Benediktiner, die selbständig sind, handelt es sich um deutsche
Provinzen
solcher Genossenschaften, deren Generalate außerhalb Deutschlands,
zumeist
in Rom residieren. Ähnlich verhält es sich mit den in unseren
Schutzgebieten
ansässigen weiblichen Genossenschaften (Dienerinnen des hl. Geistes in
Togo und Deutsch-Neuguinea, Pallottinerinnen
in Kamerun, Franziskanerinnen von Non
nenwerth
im nördlichen, Salesianerinnen im südlichen Teil von Südwest, Benediktus-Missionsschwestern im
südlichen,
Töchter Mariens und Schwestern vom kostbaren
Blute
im nördlichen Teil des Küstenlandes, Weiße Schwestern im Binnenland von
Deutsch-Ostafrika,
Missionsschwestern vom hl.
Herzen Jesu auf dem Bismarckarchipel und den Marshallinseln, Maristinnen auf Samoa und den
Nordsalomoninseln,
Luxemburger Schwestern vom hl. Franz von Assisi auf den Karolinen und
Marianen, Franziskanerinnen-Missionarinnen Mariens in Kiautschou
[s.d. Einzelartikel]).
d) Ziel, Stufenfolge und Mittel der kath. M. Das Zie1 der katholischen
M. ist die Christianisierung oder Evangelisierung, d.h. die Bekehrung
der Individuen wie der Völker zum Christentum oder Evangelium, natürlich
in der katholischen Gestalt, also untrennbar verbunden mit der
Unterordnung
unter die Hierarchie und Eingliederung in die kirchliche Organisation.
Die äußere Entwicklung durchläuft dabei folgende Stufen: ist eine
genügende
Zahl neuer Christen gewonnen, so vereinigen sie sich zu einer Gemeinde
unter einem M.priester; mehrere Gemeinden eines bestimmten Bezirks
werden
zu einer apostolischen Präfektur unter einem Präfekten (s. Apostolische Präfekten) vereinigt;
nach erfolgter Konsolidierung wird die Präfektur zu einem Vikariat
erhoben
unter einem apostolischen Vikar (s.d.). Ist endlich die Kirchenbildung
völlig abgeschlossen und der heimatkirchlichen Verfassung gleich, so rückt das apostolische
Vikariat
in die Reihe der ordentlichen, von der Propaganda exempten Bistümer ein. Auch die
katholische
M. erstrebt also eine gewisse Verselbständigung und Bodenständigkeit der
M.kirche, in bezug auf die kirchenrechtliche Verfassung wie die
finanzielle
Selbsterhaltung und die Versorgung durch einheimische Kräfte. Aber diese
re1ative Autonomie bedeutet nach katholischen Begriffen keine
vollständige
Emanzipation und Loslösung vom kirchlichen Gesamtverband und von der
hierarchischen
Autorität, die vielmehr von der katholischen M. stets gewahrt wird. Die
Einzelbekehrung schließt ab mit der Taufe (s. Tafel 140), die durch ein
im allgemeinen mindestens zweijähriges Katechumenat (s. Kattechumen) vorbereitet,
durch
die nachfolgende Kirchenzucht ergänzt wird. Die Mittel, durch die das
katholische M.ziel erreicht wird, sind M.predigt und M.unterricht im
weitesten
Sinne auf schriftlichem wie mündlichem Wege; das Schwergewicht wird
dabei
nicht so sehr auf den Stoff und Gegenstand als auf die psychische
Beeinflussung,
auf Erziehung und Autorität gelegt.
e) Tätigkeit und Einrichtung der kath. M. Die Haupttätigkeit der
katholischen
M. ist wie ihr Hauptziel durchaus religiöser Natur, nicht bloß auf den
äußeren Anschluß an den kirchlichen Verband, sondern vor allem auf die
innere religiöse Umwandlung des Einzelmenschen wie des Volksganzen
gerichtet.
Daneben aber verfolgt die katholische M. eine Reihe wichtiger und
segensreicher
kultureller Ziele und Arbeiten, teils als unentbehrliche Mittel zu ihrem
Hauptzweck, teils als untergeordnete Bestandteile ihres Programms: die
Hebung des sittlichen Niveaus durch Bekämpfung der heidnischen Laster
und Einschärfung der christlichen Vorschriften; die intellektuelle
Förderung
durch ihre zahlreichen M.Schulen und
ihre
fruchtbare literarisch-wissenschaftliche Tätigkeit; die wirtschaftliche
Verbesserung durch ihre landwirtschaftlichen und gewerblichen Anlagen
und namentlich durch die Unterweisung der Eingeborenen in den
verschiedenen
Wirtschaftszweigen, überhaupt ihre Erziehung zur Arbeit (s. Tafel 138/39),
die Linderung und Verhütung der leiblichen Not durch die Liebestätigkeit
ihrer Missionare und M.schwestern und ihre vielen caritativen Anstalten
(Hospitäler, Apotheken, Waisenhäuser usw.).
Mittel-
und Ausgangspunkt des katholischen M.betriebs ist die Station, die als
Hauptstation bezeichnet wird, wenn mindestens ein M.priester daselbst
ständig wohnt; mit ihr sind in der Regel Kirche, Schule,
Wirtschaftsgebäude
und caritative Anstalten verbunden. Das M.personal besteht aus
eigentlichen
Missionaren oder M.priestern (solchen, die zu Priestern geweiht sind und
die priesterlichen Vollmachten ausüben) und Helfern, einerseits Brüdern
und Schwestern, anderseits Katechisten und Lehrern. In der Vorbildung
sind die katholischen Missionare (d. h. die Priester) den
protestantischen
fast durchweg bedeutend überlegen, da sie in der Regel ein 12 bis
14jähriges
humanistisches und philosophisch-theologisches Studium durchmachen. -
Die Früchte und Resultate der katholischen M. im allgemeinen wie
speziell
in unseren Kolonien sind in Anbetracht der kurzen Zeit und der großen
Schwierigkeiten recht erfreuliche und erhebliche, sowohl was die
Qualität
der Neuchristen anbelangt, die allerdings nach dem Maßstab eines
Übergangsstadiums
zu bewerten sind, als auch hinsichtlich ihrer Zahl. Nach einer
Zusammenstellung
auf Grund der neuesten Statistiken (meist von 1912) beläuft sich die
Zahl
der katholischen Hauptstationen in sämtlichen Kolonien auf 234, der
Missionspriester
auf 460, der Brüder auf 296, der Schwestern auf 413, der Katecheten auf
ca. 1750, der Getauften auf 142 223, der Katechumenen
auf ca. 48 500, der Jahrestaufen auf 26 965, der Schulen auf 1557 und
der Schulkinder auf 86 500. Der protestantischen Kolonialmission ist
somit
die katholische in bezug auf die Missionar-, Christen- und Schülerziffer
überlegen, nicht aber hinsichtlich der Stationen
und Schulen; bei der Wichtigkeit der räumlichen Ausdehnung und
Verteilung
dürften somit die protestantischen Aussichten günstiger sein. - Über die
einzelnen Missionen s. die betreffenden Bezirke
(Vikariate oder Präfekturen): Togo, Kamerun, Unter
- Cimbebasien, Namaland (Deutsch-Südwestafrika),
Daressalam, Bagamojo, Kilimandscharo, Südnjansa, Kiwu, Unjanjembe,
Tanganjika
(Deutsch-Ostafrika), Ost- und West-Kaiser-Wilhelmsland (Deutsch-
Neuguinea),
Neupommern (Bismarckarchipel), Salomoninseln
(Nord - Salomoninseln), Marshallinseln,
Samoa (Schifferinseln), Karolinen (mit Palauinseln, und Marianen) und Kiautschou
(Südschantung).
Schmidlin.
Literatur: Zu 1: H. Gundert, Die Evangelische Mission, ihre Länder,
Völker
und Arbeiten, 4. Aufl. Calw u. Stuttgart 1903. - G. Warneck, Abriß einer
Geschichte der protestantischen Missionen, 9. Aufl. Berl. 1910. - World
Missionary Conference 1910 (Reports), 9 vols. Edinbourgh 1910. - Fr.
Schwager,
Die katholische Heidenmission der Gegenwart (bis jetzt 4 Lieferungen).
Steyl 1907-1909. - H. A. Krose S. J., Katholische Missionsstatistik.
Freiburg i. Br. 1908. - Atlanten: Statistical Atlas of Chriistian Missions
(World, Missionary Conference, Edinbourgh, June 1910). Edinbourgh 1910.
- K. Streit, Katholischer Missionsatlas. Steyl 1906. - Literatur für die
deutschen Kolonien: C. Paul, Die Mission in unseren Kolonien, N. F. der
Dietelschen Missionsstunden, I-IV. Lpz. 1898-1908. - C. Mirbt, Mission und
Kolonialpolitik in den deutschen Schutzgebieten.
Tübing. 1910. - Derselbe, Die Bedeutung der Mission für die kulturelle
Erschließung
unserer Kolonien: Verhandlungen des Deutschen Kolonialkongresses 1910.
Berlin 1910,
S. 684-694. - S. Missionszeitschriften. - Zu 2: C. Mirbt,
Mission und Kolonialpolitik in den deutschen Schutzgebieten. Tübing. 1910.
- G. Haußleiter, Die evangelische Mission in den deutschen Schutzgebieten.
Halle a. S. 1910. - C. Mirbt, Die Frau in der deutschen evangelischen
Auslandsdiaspora
und der deutschen Kolonialmission. Marburg 1912 - S.
Missionszeitschriften.
- Zu 3: Schwager S. V. D., Die katholische Heidenmission der Gegenwart im
Zusammenhang mit ihrer großen Vergangenheit, 4 erste Lieferungen. Steyl
1908 ff. - Baumgarten, Die katholische Kirche auf dem Erdenrund. München
1904. - Krose S. J., Katholische Missionsstatistik. Freiburg 1907. - Karl
Streit S. V. D., Katholischer Missionsatlas. Steyl 1906. - Über die
katholischen
Missionen in unseren Kolonien außer der 3. Lieferung von Schwager a. a.
O. (Afrika) Mirbt, Mission u. Kolonialpolitik in den deutschen
Schutzgebieten.
Tübingen 1910. - Freytag, Die Kulturtätigkeit der katholischen Missionen
in den deutschen Kolonien. Akademische Missionsblätter 1913 (II) 2 ff.
Dazu
katholischerseit nach der prinzipiellen Seite Schmidlin, Deutsche
Kolonialpolitik und katholische
Heidenmission, Zeitschr. f. Missionswissenschaft II (1912), 25 ff.
Anläßlich
der Jubiläumsspende ist von Schmidlin das S. M. dem Kaiser gewidmete
Prachtwerk: Die katholischen Missionen
in den deutschen Schutzgebieten (Münster 1913) erschienen; vgl. besonders
den 1. und 2. Abschnitt (Die heimatliche Wurzel und Basis, Einrichtung und
Tätigkeit der katholischen Missionen in den Kolonien). - Eine
zusammenfassende
Missionsgeschichte (abgesehen von den älteren Werken von Herrion,
Wittmann,
Hahn usw.), wie namentlich eine Missionstheorie
fehlt leider auf katholischer Seite noch ganz. Gewissen Ersatz bieten
Fischer
S. V. D., Jesu letzter Wille, 3. Aufl., Steyl 1912, und kleinere
Abhandlungen
von Meinertz, Linckens usw. - Über die Spezialliteratur vgl. Rob. Streit
O. N. J., Führer durch die deutsche katholische Missionsliteratur.
Freiburg
1911. |