Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 580

Missionsschwestern.

1. Die evangelischen Missionsgesellschaften entsenden auch Frauen in den Missionsdienst, die in den Berichten als "unverheiratete Missionarinnen" oder als M. bezeichnet werden. Die Hervorhebung der Ehelosigkeit hat darin ihren Grund, daß auch die Frauen der Missionare sich an der Missionsarbeit beteiligen. Die M. werden teils in der Kranken- und Gemeindepflege, teils in der Schule beschäftigt. Am Ende des Jahres 1911 gab es insgesamt 94 M., von denen 38 durch 11 deutsche, 56 durch 7 nichtdeutsche Missionsgesellschaften ausgesandt waren. Mirbt.

2. Katholische M. befinden sich in allen deutschen Schutzgebieten mit Ausnahme der Marianen. Näheres unter: Franziskanerinnen-Missionarinnen Mariens, Dienerinnen des hl. Geistes, Pallottinerinnen, Franziskanerinnen von Nonnenwerth, Oblatinnen vom hl. Franz v. Sales, Töchter Mariens, Schwestern vom kostbaren Blute, Benediktus- Missionsschwestern, Weiße Schwestern, Missionsschwestern vom hl. Herzen Jesu, Maristen-Missionsschwestern, Barmherzige Schwestern vom hl. Franz v. Assisi und Schwestern von der göttlichen Vorsehung.

Schmidlin.

Literatur: Zu 1. C. Mirbt, Die Frau in der deutschen evangelischen Auslandsdiaspora und der deutschen Kolonialmission. Marburg 1912. - H. Rohns, Zwanzig Jahre Missions-Diakonissenarbeit im Ewelande. Bremen 1912.