Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 583

Mizon, Louis Alexandre, französischer Afrikareisender, Schiffsleutnant, geb. 16. Juli 1853 zu Paris, gest. 22. März 1899 zu Mayotta (Comoreninseln). Trat 1869 in die französische Marine, war Begleiter Savorgnan de Brazzas im Ogowegebiet (franz. Kongo). 1890 fuhr er auf dem Niger-Benue nach Jola und marschierte von dort über Ngaundere nach dem Ssanga, wobei er die Wasserscheide zwischen Tsadsee und Kongobecken als erster Europäer überschritt. 1892 kehrte M. im Auftrage der Regierung nach dem Benue zurück und suchte eine französische Schutzherrschaft in Adamaua einzurichten. Er schloß einen Vertrag mit dem Sultan von Muri und gründete mehrere Stationen am Benue. Die Royal-Niger-Company wußte jedoch seine Pläne zu durchkreuzen und seine Abberufung durchzusetzen (1893). 1896 Resident in Madagaskar, dann Administrator der Comoreninseln, wo er starb, nachdem er kurz vor seinem Tode zum Gouverneur der französischen Somaliküste ernannt war. Über M.s Tagebücher: Le Tour du Monde, 1892, II; Harri Alis Nos Africa-ins, Paris 1894; Bull. d. l. Société de Geogr., XVI (1895), Heft 3.