Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 586

Moba, heidnischer Volksstamm im Verwaltungsbezirk Sansane-Mangu in Nordwesttogo. M. ist eine Entstellung aus der eigentlichen einheimischen Bezeichnung Moab. Nach den Forschungen Frobenius sind die M. ethnologisch der Dagomba-Mossi-Gruppe beizurechnen. Sie leben im und nördlich vom Gebirge, welches von Gambaga aus in östlicher Richtung in das Togogebiet herüberstreicht. Ihre Kopfzahl darf mit rund 60000 angenommen werden. Die M. sind Ackerbauer und Viehzüchter. Wartung und Pflege des Viehs lassen sie vielfach durch im M.gebiet ansässige Fulbe ausüben. Politisch sind sie in eine Anzahl Landschaften gegliedert, welche je unter einem Häuptling stehen. Die bedeutendsten Landschaften sind Bogu und Nano.

Literatur: Dr. Asmis, Die Stammmrechte des Bezirkes Sansane-Mangu, Zeitschr. f. vergl. Rechtswissenschaft, Bd. XXVII, Stuttg. 1912. - L. Frobenius, Auf dem Wege nach Atlantis. Berl., Charlottenb. 1911. - B. Groh, Sprachproben aus zwölf Sprachen des Togohinterlandes, Mitt. d. Orient. Sem. 1911. - Graf Zech, Land und Leute an der Nordwestgrenze von Togo, Mitt. a. d. d. Schutzgeb. 1904. v. Zech.