Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 586

Moetjes (spr. Mutjes) werden in Kapstadt zerschnittene und gesalzene Stücke von Fischen genannt, die dort einen gangbaren und gut bezahlten Handelsartikel bilden. Zur Anfertigung von M. eignen sich Adlerfisch (Kabeljau), Alf, Hottentottfisch, Snuk, Steenbraß, Stumpnos (s.d.). Die Fische werden, nachdem die Köpfe abgeschnitten sind, ausgenommen und gründlich gereinigt; dann werden sie in Querstücke zerschnitten, die beim Snuk 10 bis 15 cm lang, bei den übrigen Fischen etwa 3/4 Pfund schwer sein müssen. Jedes Stück wird mit ein bis zwei Einschnitten bis auf das Rückgrat versehen und dann gründlich mit Salz eingerieben. Dann werden sie mit Salz in Fässer eingelegt, in denen sie mindestens 14 Tage liegen bleiben müssen. Zum Versandt werden sie in Säcke verpackt. Vor der Zubereitung werden die Stücke 28 Stunden gewässert, dabei das Wasser nach den ersten 4 Stunden gewechselt. Die Stücke werden dann gekocht oder auch nach dem Kochen gebraten (s.a. Fischindustrie).

Lübbert.