Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 587

Molundu, sehr wichtiger Handelsort in Südkamerun. Er ist am Ngoko oder Dscha am Einfluß des Bumba gelegen. Seine Bedeutung beruht darauf, daß er, wenn auch nicht am Endpunkt der Schiffahrt des Ssanga (s.d.) selbst und seines Nebenflusses Ngoko (s.d.), so doch im Gebiet dieser liegt. Zwei wichtige Straßen enden hier, einmal direkt von Kribi und die andere von Norden von Kunde. Demgemäß zeigt M. einen stetigen Aufschwung im Handel. Die Gesamtwerte des Handels waren im Jahre 1912 1430 000 M. Davon entfielen 835 000 M auf die Ausfuhr, die also beträchtlich größer ist als die Einfuhr. Gegen 1911 ist ein geringer Rückgang zu verzeichnen, der aber mit der Unsicherheit im neuerworbenen Gebiet zusammenhängt. Ausfuhrprodukte sind vor allem Kautschuk, das die Gesellschaft Südkamerun (s.d.) auf ihren Konzessionsgebieten gewinnt und Elfenbein, das aber wie überall in der Menge abnimmt. M. liegt im Gebiete der Bangandu, einem kleinen Volksstamm von Sudannegern, die als fremdes Element hier am unteren Bumba im Gebiete von Bantunegern sitzen. In der weiteren Umgebung von K. sitzen Ndsimu (s.d.), Misanga (sd.), Kunabembe (s.d.). Die Stadt liegt im Urwaldgebiet, dort wo das Hochland von Südkamerun in das Ssangatiefland übergeht. M. ist der Hauptort des Bezirkes Jukaduma, Standort eines Verwaltungs- und Zollpostens, Sitz einer Postagentur und einer Reihe von Faktoreien. Die Gesellschaft Südkamerun hat hier ihre Hauptfaktorei.

Passarge-Rathjens.