Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 588

Mondberge. Seit Eratosthenes und Ptolemäus spricht man von den M., auf denen der Nil entspringe. Infolge der kartographischen Darstellung des Ptolemäus finden sich auf den Karten Afrikas bis gegen die Mitte des 19. Jahrh. die M. vor. Im Lauf der Erforschung Ost- und Zentralafrikas wurden nacheinander fast alle höheren Berge für die M. erklärt, von Abessinien bis zur weiteren Umgebung des Victoriasees (Runsoro oder Ruwenzori, s. Zentralafrikanischer Graben) hin. Eine Feststellung, welches Gebirge die wahren M. sind, ist deshalb unmöglich, weil die von den alten Autoren eingezogenen Erkundigungen auf der mehrfach gültigen Tatsache beruhen, daß in der Nähe von Seen, aus denen Quellflüsse des Nil entspringen, auch sehr hohe Berge liegen.

Uhlig.