Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 589

Mora, neben dem nur 4 Stunden entfernten Doloo der Hauptort des Mandaragebirges (s.d.) in Kamerun. Früher war Doloo die Hauptstadt, wurde aber von Rabeh (s.d.) zerstört und ist nicht wieder aufgebaut worden. Das früher kleinere M. hat darum an Bedeutung gewonnen und besteht jetzt aus einer großen Anzahl von Gehöften, die durch Zäune mit einander verbunden sind. Die Hütten sind rund und besitzen eine Lehmmauer und ein gewölbtes Dach, das ein Straußenei an der Spitze trägt. Die Mandaraheiden gehören zu den Kotoko (s.d.). Sie waren seit 200 Jahren ein Vasallenstaat von Bornu und sind niemals unter die Herrschaft der Fulbe (s.d.) gekommen. Eine wichtige Straße führt über M. nach Minieh, die den Handel zwischen den Fulbe und Bornuleuten vermittelt, während die östlich und westlich um das Gebirge herum führenden Straßen den Räubereien der Heiden ausgesetzt waren. Die M.leute treiben eifrigst Handel, besonders nach Osten zu mit den Musgu (s.d.). M. ist Sitz der Residentur der Deutschen Tsadseeländer. Eine Kompagnie der Schutztruppe steht hier. - Ferner besitzt es eine Postagentur und ein Zollamt.

Passarge-Rathjens.