Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 597

Muera, Landschaft im südl. Vorland von Deutsch-Ostafrika (s.d. 5), seinem Aufbau nach dem benachbarten Makonde (s.d.) nahe verwandt. Es ist ein viel kleinerer, randlich stärker zerstörter Rest derselben großen Hochfläche, erreicht aber mit etwa 850 wohl größere Höhe als Makonde. Von noch kleineren, niedrigeren Plateauresten im NO, Noto (s.d.) und anderen, ist es nur wenig scharf getrennt. Die Eingeborenen selbst kennen den Namen M. für ihre Landschaft nicht. Diese sonst gebräuchliche Bezeichnung wird in der Regel auch auf das Land am Fuß der Hochfläche ausgedehnt, d. h. auf insgesamt fast 4000 qkm; die Landschaft oben wird nach ihrem höchsten Teil auch Rondoplateau genannt, umfaßt ziemlich genau 1000 qkm. Hier findet sich, während sonst die Vegetation von M. der Makondes sehr ähnelt, stellenweise kräftig entwickelter, zum Teil hygrophiler Hochwald (s. Deutsch-Ostafrika 6 und Tafel 24). Nach seinem Vorkommen sind Regenmengen über 1200 mm wahrscheinlich. Die Wamuera (s.d.) worden auf 90000 geschätzt. Danach beträgt die Volksdichte etwa 23. Vieh ist in M. nicht vorhanden. Angebaut werden hauptsächlich Sorghum, Mais, Bohnen, Maniok, Sesam, Erdnüsse.

Literatur s. Makonde und Tendaguru.

Uhlig.