Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 600

Munibucht (Rio Muni). Mit dem Namen Rio Muni bezeichneten die Spanier eine tiefe Bucht in der Coriscobai, die die Mündung eines großen Flusses darzustellen schien. Indessen ist es nur ein Flußästuarium wie die Kamerunbucht, in das mehrere kleine Küstenflüsse münden. Durch das deutsch- französische Abkommen vom Nov. 1911 (s. Erwerbung der deutschen Kolonien 3) grenzt Kamerun im Süden an die M. Auf deutschem Gebiete fließen der Grenzfluß Temboni und der Noja. Die Bucht erreicht Tiefen von über 20 m, das Fahrwasser ist aber durch viele Inseln gefährdet. Am Südufer liegt Butika, ein ehemaliger französischer Zollposten. Der Temboni ist bis Ekododo hinauf schiffbar. Die Völkerschaften an der M. sind Bantuneger, über die sich von Osten her Fang geschoben haben. In den Wäldern hausen noch Zwergstämme (s.Pygmäen).

Passarge-Rathjens.