Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 601

Muscheln, Lamellibranchien, Klasse der Weichtiere oder Mollusken, seitlich zusammengedrückte Tiere ohne Kopf, mit zwei Mantellappen und zwei Schalen. Zum Schließen der Schalen dienen ein oder zwei Muskeln. Zwischen Körper und Mantellappen liegen die blattartigen Kiemen. Viele Arten haben Siphonen genannte Röhren, von denen eine zum Einfließen des frischen Atemwassers, die andere zur Entleerung des gebrauchten Wassers und der Fäkalien dient. Zur Fortbewegung dient ein beilförmiger Fuß. Viele Arten sind allerdings ganz festgewachsen, andere bewegen sich langsam in Schlamm und Sand. Nur wenige können sich mit Hilfe ihres Fußes springend oder durch Zusammenschlagen ihrer Schalen schwimmend fortbewegen. Alle Arten leben im Wasser, die meisten - etwa 3/4 - im Meere. Die wirtschaftlich wichtigsten M. sind die Ostreiden oder Austern (s.d.), die auch an der West- und Ostküste Afrikas häufig vorkommen und überall gewonnen werden. An der Westküste sind auch zahlreiche andere Arten von eßbaren M. sehr häufig. Von den Eingeborenen der Westküste werden gewisse Arten von Donax, Tapes und Cardium am meisten geschätzt. Auch an der Küste Deutsch-Ostafrikas kommen viele Arten eßbarer M. vor. Zur M.familie der Aviculiden gehört Meleagrina margaritifera L., die echte Perl-M. (s. Perlen), die im Indischen und Stillen Ozean lebt.

Lübbert.