| Muscheln, Lamellibranchien, Klasse der Weichtiere oder Mollusken, seitlich
zusammengedrückte
Tiere ohne Kopf, mit zwei Mantellappen und zwei Schalen. Zum Schließen
der Schalen dienen ein oder zwei Muskeln. Zwischen Körper und
Mantellappen
liegen die blattartigen Kiemen. Viele Arten haben Siphonen genannte
Röhren,
von denen eine zum Einfließen des frischen Atemwassers, die andere zur
Entleerung des gebrauchten Wassers und der Fäkalien dient. Zur
Fortbewegung
dient ein beilförmiger Fuß. Viele Arten sind allerdings ganz
festgewachsen,
andere bewegen sich langsam in Schlamm und Sand. Nur wenige können sich
mit Hilfe ihres Fußes springend oder durch Zusammenschlagen ihrer
Schalen
schwimmend fortbewegen. Alle Arten leben im Wasser, die meisten - etwa
3/4 - im Meere. Die wirtschaftlich wichtigsten M. sind die Ostreiden
oder
Austern (s.d.), die auch an der West- und Ostküste
Afrikas häufig vorkommen und überall gewonnen werden. An der Westküste
sind auch zahlreiche andere Arten von eßbaren M. sehr häufig. Von den
Eingeborenen der Westküste werden gewisse Arten von Donax, Tapes und
Cardium
am meisten geschätzt. Auch an der Küste Deutsch-Ostafrikas kommen viele
Arten eßbarer M. vor. Zur M.familie der Aviculiden gehört Meleagrina
margaritifera
L., die echte Perl-M. (s. Perlen), die
im Indischen und Stillen Ozean lebt.
Lübbert. |