Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 609

Mwelle, Volk der Fang (s.d.) oder Jengone auf den Hochflächen von Südkamerun, und zwar sitzen sie auf der Sanagaschwelle zwischen den Etun (s.d.) und den Jaunde (s.d.) im Westen und den Maka (s.d.) im Osten. Ihr ganzes Wohngebiet liegt im Graslande und im Übergangsgebiet in der Parklandschaft. Sie sind bis vor kurzem Menschenfresser gewesen. Die Männer tragen einen Rindenstoff zwischen den Beinen durchgezogen, die Frauen ein Bananenblatt vorn und ein Büschel Raphiablätter hinten an einer Schnur um die Hüfte befestigt. Bei den M. sind die Häuser im Gegensatz zu allen anderen Fangstämmen oft radial zum Dorfplatz angeordnet, nicht links und rechts einer Straße. Angebaut werden von den M. Bananen, Mais, Maniok, Zuckerrohr, Yams und Tabak. Die vorkommenden Haustiere sind Schafe, Ziegen und Hühner. In dem M.gebiet kommen an natürlichen Handelsprodukten vor: die Ölpalme, die häufig direkt gepflanzt wird und zwar in Reihen, ferner Kautschuk und Elfenbein.

Literatur: KolBl. 1903 (14), 319-321.

Passarge-Rathjens.