Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 614

Nagetiere, Rodentia, Familie der Säugetiere, ausgezeichnet durch je zwei große, meißelförmige Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer. Viele Arten haben eine wirtschaftliche Bedeutung entweder als Schädlinge in Pflanzungen oder als Zwischenwirte von Krankheitserregern. Von den Eingeborenen werden die meisten gegessen, von den Europäern nur die größeren Arten. Man unterscheidet unter den afrikanischen Formen viele größere Gruppen: die Eichhörnchen, Siebenschläfer, Springhasen, Stachelschwanzhörnchen und Felsenratten haben dicht behaarte lange Schwänze. Die Springhasen sind so groß wie Hasen, aber schlanker und haben sehr kurze Vorderbeine und sehr lange Hinterbeine, die Stachelschwanzeichhörnchen besitzen Stachelschuppen unter der Schwanzwurzel und meistens eine Flatterhaut, die Felsenratten sind spitzschnauzig, haben an den Vorderbeinen je 5 Zehen und sehen aus wie Ratten, die Eichhörnchen haben runde Köpfe und behaarte Ohren, die Siebenschläfer nackte, große Ohren und an den Vorderbeinen je 4 Zehen. Die Hasen zeichnen sich durch kurze behaarte Schwänze, die Stachelschweine durch Stacheln auf dem Rumpfe, die Rohrratten durch borstige Behaarung, beträchtliche Größe und breite, mit 3 tiefen Längsfurchen versehene Nagezähne, die Wurfmäuse oder Wurfratten durch kurzen Schwanz, sehr kleine Augen und Ohren, und die Mäuse und Ratten durch spitze Schnauze und nackten oder kurz behaarten Schwanz und große Augen aus. In Deutsch-Ostafrika leben etwa 45 Arten von N., in Deutsch-Südwestafrika 38, in Kamerun 45, in Togo 30, in Kiautschou 12, auf Neuguinea 15 und auf den Inseln der Südsee 2 Arten.

Matschie.