Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band II, S. 615

Namaland 1. s. Groß-Namaland.

2. Apostolische Präfektur. Dieses Missionsgebiet wurde 1909 vom Vikariat Oranjefluß abgelöst und untersteht den Oblaten des hl. Franz v. Sales (s.d.). Der 23° südl. Br. bildet die Nordgrenze des Sprengels. Die Mission gilt den Hottentotten; nebenbei sind die Missionare auch für die Europäerseelsorge, besonders als Militärgeistliche, tätig (s. Tafel 136). Nach dem Aufstande kommt die Mission allmählich in Blüte. Den Frieden nach dem Aufstande half P. Malinowski wesentlich zum Abschluß bringen; seitdem sind die Hottentotten auch leichter zu beeinflussen. In 5 Hauptstationen (Heirachabis [s. Tafel 136], Gabis, Lüderitzbucht, Keetmanshoop) und 35 Nebenstationen haben 8 Priester, 1 Bruder und 11 Schwestern 1566 Eingeborene Christen und 106 Katechumenen zu versorgen (Statistik von 1912). Es bestehen 4 Schulen, in denen die deutsche Sprache sehr gepflegt wird; dazu auch ein Greisenasyl und 3 Waisenhäuser. Die Schwestern sind Oblatinnen des hl. Franz v. Sales (s.d.). Sie wirken besonders für die Kranken. Apostolischer Präfekt ist P. v. Krolikowski.

Literatur: Das Licht. Wien, fortlaufend. - Gott will es 307 f. M.- Gladbach 1909. - Mirb, Mission u. Kolonialpolitik 49 f. Tübingen 1910 - Schwager, Die Kath. Heidenmission der Gegenwart II, 134 ff. Steyl 1908. - Ruck, Bis an die Enden der Erde II, 180 ff. Frankenstein 1903.

Schmidlin.